In der eskalierenden Konfliktzone des Gazastreifens berichtete die Hamas von einem schweren Schlag gegen die Familie ihres Auslandschefs Ismail Hanija. Bei einem israelischen Luftschlag wurde bekannt, dass drei Söhne und drei Enkelkinder Hanijas ihr Leben ließen. Das Ziel des Angriffs war offenbar ein Fahrzeug, das im Flüchtlingslager Al-Schati unterwegs war.
Die israelische Armee äußerte sich zu den Vorfällen und bestätigte, dass drei Mitglieder des militärischen Arms der Hamas, die in Terroraktivitäten verwickelt waren, durch den Kampfjeteinsatz ausgeschaltet wurden – darunter auch Hanijas Nachkommen. Über den Tod der Enkelkinder sei jedoch keine Bestätigung seitens des Militärs erfolgt.
In einer Reaktion, die Al-Dschasira übertrug, zeigte sich Hanija dankbar für den Märtyrertod seiner Familienmitglieder, obwohl er bei Empfang der Nachricht kaum Emotionen offenbarte. Die Todesfälle ereigneten sich, während Muslime weltweit den ersten Festtag nach dem Ramadan begingen. Laut Augenzeugen waren die verstorbenen Familienmitglieder auf dem Weg zu Feierlichkeiten.
Hanija selbst lebt Berichten zufolge seit geraumer Zeit in Katar ein Leben in Luxus und führt seit 2017 als Vorsitzender das Hamas-Politbüro an, eine Stellung, die er auch in der jüngsten Amtszeit wieder bestätigt bekam. Als 'übergreifender Chef' der Organisation ist er auch für seine Wurzeln im palästinensischen Widerstand gegen die israelische Besatzung bekannt, der in der ersten Intifada mündete.
Der Angriff reiht sich ein in eine Serie von Vorfällen, welche die Spannungen zwischen Israel und der Hamas weiter steigen lassen. Nach einem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober, der den Gaza-Krieg auslöste, hatte Israel die gezielte Ausschaltung der Führung der Hamas angekündigt. Der Luftangriff verstärkt die Brisanz der ohnehin komplexen und zähen indirekten Verhandlungen zwischen den Parteien.
Trotz der persönlichen Tragödie machte Hanija deutlich, dass dieser Vorfall die Positionen der Hamas in den Verhandlungen nicht beeinflussen werde. Die Forderung nach einem dauerhaften Waffenstillstand und der Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge stehe unverändert im Raum.
Die israelische Polizei hatte im gleichen Kontext eine Schwester Hanijas in Israel festgenommen, woraufhin sie der Unterstützung von Terrorismus beschuldigt wird. Auch in der Vergangenheit wurden Führungskräfte der Hamas gezielt von Israel angegriffen, wobei einige dieser Operationen auch Unbeteiligte das Leben kosteten.
Der neueste Vorfall unterstreicht die fortwährend hohe Spannung im Nahostkonflikt und die Fragilität jeglicher Verhandlungen für einen dauerhaften Frieden in der Region.