Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal dieses Jahres erneut beeindruckende Zahlen vorgelegt. Ein unerwartet hoher Zulauf bei Mobilfunkverträgen sorgte dafür, dass die Zahl der Vertragskunden in Deutschland um 311.000 anstieg. Besonders Bündelangebote wie Familienverträge erwiesen sich als beliebt, was das starke Wachstum erklärt. Diese erfreulichen Nachrichten und eine leicht angehobene Prognose sorgten an der Börse für positive Stimmung, wodurch der Kurs der Telekom-Aktie den höchsten Stand seit 2001 erreichte.
Das Unternehmen übertraf mit der Neukundenzahl die Erwartungen deutlich und konnte daher auch im Bereich des mobilen Service-Umsatzes starke Zuwächse verzeichnen. Dies ist für Telekommunikationsunternehmen besonders profitabel, da diese Gewinne höher ausfallen als bei margenarmer Hardware. Darüber hinaus trugen die Fußball-EM in Deutschland und eine neue Regelung für Kabelanschlüsse zu einem Zuwachs bei den TV-Kunden bei.
Konzernweit stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 4,3 Prozent auf nahezu 28,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda AL) einschließlich Leasingkosten legte um 7,8 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn belief sich auf knapp 2,1 Milliarden Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber den rund 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Der freie Mittelzufluss stieg um fast 50 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, begünstigt durch reduzierte Investitionen.
Parallel dazu erhöhte der Vorstand die Prognose für den freien Mittelzufluss leicht auf etwa 19 Milliarden Euro, gegenüber vorher prognostizierten 18,9 Milliarden Euro. Das Jahresziel eines bereinigten operativen Gewinns (Ebitda AL) von 42,9 Milliarden Euro bleibt bestehen.
In einem schwächelnden Marktumfeld stieg der Kurs der T-Aktie um mehr als zwei Prozent auf 24,46 Euro, den höchsten Wert seit 2001. Seit Anfang Juni hat sich die Telekom-Aktie deutlich besser entwickelt als der Dax und liegt nun mit rund zwölf Prozent plus unter den zehn stärksten Dax-Titeln des bisherigen Jahres. Mit einem Börsenwert von 121 Milliarden Euro ist die Telekom nach SAP (227 Milliarden Euro) und Siemens (123 Milliarden Euro) der drittwertvollste Konzern Deutschlands.
Der Börsenwert der Telekom wird maßgeblich von der US-Tochter T-Mobile US getragen, die in New York auf einen Börsenwert von 222 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 200 Milliarden Euro) kommt. Die Bonner Muttergesellschaft hält etwas mehr als die Hälfte der Anteile, was derzeit einen Wert von über 100 Milliarden Euro ausmacht und mehr als 80 Prozent der Telekom-Marktkapitalisierung beisteuert.