31. August, 2026

Politik

Tabloid-Trouble: National Enquirer bleibt Ladenhüter trotz hoher Medienpräsenz

Tabloid-Trouble: National Enquirer bleibt Ladenhüter trotz hoher Medienpräsenz

Die Verflechtung von Medien und Politik offenbart sich selten so deutlich wie im Falle des National Enquirer. Über ein halbes Jahrzehnt hinweg sucht der Herausgeber American Media erfolglos nach einem Käufer für das Boulevardblatt, das es in den Schlagzeilen vor allem durch seine Verbindungen zum ehemaligen US-Präsidenten Donald J. Trump zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht hat.

Die Verkaufsbemühungen des National Enquirer lesen sich dabei wie eine Geschichte aus den eigenen Reihegängen: voller Intrigen und gescheiterter Verhandlungen. Besonderes Aufsehen erregt das Blatt aktuell wieder durch die Aussagen im Prozess um die sogenannten 'Hush-Money'-Zahlungen, die der frühere Präsident Trump, nun selbst angeklagt und auf der Anklagebank in New York, zu verschleiern versucht hatte.

Im Zuge des Gerichtsverfahrens, bei dem Trump der Fälschung von Geschäftsunterlagen beschuldigt wird, kam heraus, dass der National Enquirer im Wahlkampf 2016 unter Einsatz seiner 'Catch and Kill'-Strategie versuchte, Trumps Chancen zu verbessern. Diese Praxis beinhaltet, dass brisante Geschichten durch finanzielle Abfindungen unter Verschluss gehalten werden.

David Pecker, ehemaliger Verleger des National Enquirers und langjähriger Weggefährte Trumps, schilderte als erster Zeuge vor Gericht die engen Verstrickungen zwischen dem Boulevardblatt und Trumps Wahlkampfteam. Er gab an, im Auftrag der Kampagne dazu bereit gewesen zu sein, unvorteilhafte Geschichten zu unterdrücken und gleichzeitig negativ gefärbte Artikel über Trumps Rivalen zu fördern.

Der Skandal um die Bezahlung von Quellen zur Verhinderung unliebsamer Berichterstattung gipfelte 2018 in einer Vereinbarung zwischen American Media und den Staatsanwälten aus Manhattan. Im Gegenzug für die Unterstützung bei der Aufklärung der 'Hush Money'-Zahlungen erhielt das Unternehmen Immunität. Es erkannte an, mit den Zahlungen gegen die Wahlkampffinanzierungsgesetze verstoßen zu haben und wurde zu einer Strafzahlung von 187.000 USD an die Federal Election Commission wegen dieser Verstöße verurteilt.