29. August, 2026

Politik

Südkorea verurteilt russisch-nordkoreanische Partnerschaft: Neue Dynamik in geopolitischen Spannungen

Südkorea verurteilt russisch-nordkoreanische Partnerschaft: Neue Dynamik in geopolitischen Spannungen

Südkorea hat das kürzlich unterzeichnete Abkommen zwischen Russland und Nordkorea, das eine umfassende strategische Partnerschaft vorsieht, scharf kritisiert. Chang Ho Jin, Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater, äußerte am Donnerstag in Seoul erhebliche Bedenken hinsichtlich des Ziels des Vertrags, die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu intensivieren. Laut Chang steht jede Form der Kooperation, die Nordkorea militärisch stärkt, im Widerspruch zu den UN-Resolutionen gegen das Land. Südkorea kündigte an, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Gleichzeitig deutete Chang an, dass die südkoreanische Regierung ihre bisherige Zurückhaltung gegenüber Waffenlieferungen an die Ukraine überdenken könnte. Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beteiligt sich Südkorea bereits an den Finanzsanktionen gegen Moskau und leistet humanitäre Hilfe für Kiew, exportiert jedoch bisher keine Kriegswaffen.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms mit strengen UN-Sanktionen belegt, die unter anderem den Handel mit Waffen und Militärtechnologien verbieten. Bei seinem Besuch in Pjöngjang unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch mit Kim Jong Un das neue Abkommen, das auch eine gegenseitige Beistandspflicht im Kriegsfall beinhaltet. Laut Nordkoreas Staatsmedien muss jede Seite im Falle einer bewaffneten Invasion unverzüglich militärische und andere Hilfe leisten, im Einklang mit den jeweiligen nationalen Gesetzen und Artikel 51 der UN-Charta, welcher Militäreinsätze zur Selbstverteidigung erlaubt.

In Südkorea wird die Beistandsklausel als Zeichen einer neuen militärischen Allianz zwischen Russland und Nordkorea gesehen, ähnlich dem Freundschaftsvertrag von 1961 aus Sowjetzeiten. Das Abkommen, welches 1996 auslief, sah ebenfalls gegenseitige militärische Unterstützung vor. 2000 wurde ein neuer Vertrag unterzeichnet, der keine militärische Beistandspflicht mehr enthielt. Dieser wird nun durch das jüngste Partnerschaftsabkommen abgelöst.

Die wachsende militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea wird auch von den USA und ihren Verbündeten mit Besorgnis verfolgt. Washington beschuldigt Nordkorea, Russland mit Raketen und Artilleriemunition für den Ukraine-Krieg zu versorgen und befürchtet, dass Nordkorea im Gegenzug militärtechnische Schlüsseltechnologien von Russland erhalten könnte. Beide Länder haben solche Vorwürfe jedoch zurückgewiesen.