Die Pläne der Bundesregierung zur Steuererleichterung für neu zugewanderte Fachkräfte erhalten weiterhin erheblichen Gegenwind. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bringt seine Bedenken deutlich zum Ausdruck. Er insistiert darauf, dass sich Anstrengungen für alle Erwerbstätigen gleichermaßen lohnen sollten und kritisiert die geplante Begünstigung einzelner Gruppen als ungerecht und wirtschaftlich unvernünftig. Statt selektive Steuersenkungen zu gewähren, fordert Linnemann allgemeine Steuerentlastungen.
Die Regierung argumentiert hingegen, dass steuerliche Erleichterungen von 30, 20 und 10 Prozent im Bruttolohn über die ersten drei Jahre ein probates Mittel seien, um Deutschland für dringend benötigte Fachkräfte attraktiver zu machen. Solche Modelle seien bereits gängige Praxis in vielen anderen europäischen Ländern.
Carsten Linnemann legt jedoch nahe, den Fokus auf die Beseitigung bürokratischer Hürden zu legen. Die oft monatelangen Visaerteilungen seien ein größeres Hindernis. Eine zentrale, digitale Agentur für Einwanderung, die Prozesse von der Arbeitsplatzvermittlung bis zur Aufenthaltstitelerteilung bündelt, könnte hier Abhilfe schaffen.
Auch innerhalb der Koalition, insbesondere aus der SPD, wird die geplante Steuererleichterung kritisch betrachtet. Die Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil äußerten Bedenken, dass diese Maßnahme zu einer ungleichen Behandlung gleicher Arbeit führen könnte. Mast sprach sich gegen ein einfaches Durchwinken der von der FDP vorgeschlagenen steuerlichen Begünstigungen aus und sieht dieses Instrument skeptisch.