Eine zunehmende Frustration macht sich unter Israels engsten Verbündeten bemerkbar, die den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mittlerweile als politisch belastend ansehen. Besonders die Ereignisse im Gazastreifen und die Befürchtungen einer regionalen Eskalation durch den Vorfall in Damaskus haben für eine Verschlechterung der Beziehungen gesorgt. Monat um Monat wächst die Sorge, während Zwischenfälle wie das versehentliche Bombardement eines Hilfskonvois und die Attacken auf das iranische Botschaftsgelände in Damaskus den interstaatlichen Dialog erschweren.
Durch den Anstieg der Opferzahlen im Gazakonflikt verschärfte sich insbesondere die Kritik der Partner an der israelischen Kriegsführung. Auch in den Vereinigten Staaten, wo Präsident Joe Biden sich im Wahlkampf befindet, steigt der innenpolitische Druck, eine Lösung für das Leid in Gaza zu finden. Biden selbst zeigt sich zunehmend enttäuscht von Netanjahus Umgang mit humanitären Helfern und kritisiert das mangelnde Schutzkonzept für Zivilisten.
In Deutschland wird die Kritik der Bundesregierung aufgrund der Militäroperationen ebenfalls lauter. Bundeskanzler Olaf Scholz wies auf die Notwendigkeit hin, neben militärstrategischen auch humanitäre Aspekte in Erwägung zu ziehen, doch bleibt seine Wortwahl vorsichtiger als die des US-Präsidenten.
Die Spannungen zwischen den USA und Israel sind unüblich sichtbar geworden, vor allem durch den beschuldigenden Ton seitens des Pentagons gegenüber Israel für den Angriff in Damaskus. Die Nähe des US-Wahlkampfes und die Sicherheit der eigenen Truppen sind dabei auch für die amerikanische Regierung von großer Bedeutung.
Die politischen Kontroversen um Netanjahu spiegeln sich auch im Innenverhältnis wider. Die harte Innenpolitik des Premiers und seine Justizreformen rücken ihn zunehmend in den Mittelpunkt von Protesten, die seinen Rücktritt verlangen. Gleichzeitig schwindet innerhalb der Bevölkerung die Unterstützung für seine konservative Likud-Partei.
Politische Analytiker sehen Netanjahu in der Kritik, insbesondere weil kein Plädoyer für eine friedliche Lösung nach dem Gaza-Krieg eingebracht wird, die auch den Palästinensern zu Gute kommen würde. Die USA und Deutschland, als fundamentale Verbündete Israels, betonen weiterhin ihren unwandelbaren Beistand für Israel, aber mahnen auch eine gemäßigtere Kriegsführung und Schutz für die Zivilbevölkerung an.