29. August, 2026

Politik

Skandal um Wetten auf Wahltermin erschüttert britische Konservative

Skandal um Wetten auf Wahltermin erschüttert britische Konservative

Die britischen Konservativen stehen derzeit im Zentrum eines sich ausweitenden Skandals. Einem Bericht der "Times on Sunday" zufolge hat die Glücksspielkommission ein weiteres Mitglied des Wahlkampfteams von Premierminister Rishi Sunak ins Visier ihrer Ermittlungen genommen.

Nick Mason, der Chef für Datenstrategie der Tories, hat sich aufgrund der Vorwürfe beurlauben lassen. Ein Sprecher der Partei bestätigte, dass Mason jegliches Fehlverhalten abstreitet. Dies ist bereits der vierte derartige Fall innerhalb kurzer Zeit. Zuvor hatte schon Wahlkampfchef Tony Lee eine Auszeit genommen; seine Frau hatte angeblich Wetten auf den Wahltermin abgeschlossen, was ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen war.

Neben Mason und Lee werden auch ein Parlamentarischer Staatssekretär sowie ein Personenschützer aus dem Umfeld Sunaks verdächtigt, auf den Wahltermin gewettet zu haben. Mehreren britischen Medienberichten zufolge laufen noch zahlreiche weitere Ermittlungen in dieser Sache.

Insiderwetten sind in Großbritannien strafbar und können mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden. Für die ohnehin in Umfragen hinter der Labour-Opposition liegende Konservative Partei sind die Fälle politisch besonders brisant.

Dieser Skandal erinnert viele an den "Partygate"-Vorfall, bei dem zahlreiche Regierungsmitglieder gegen Corona-Regeln verstießen und dafür teils hohe Geldstrafen zahlten. Besonders prekär: Der damalige Premier Boris Johnson und der jetzige Premier Rishi Sunak waren damals direkt beteiligt.

Auch der derzeitige Skandal erweckt den Eindruck, die Tories würden nach dem Prinzip handeln: Eine Regel für uns, eine andere für den Rest. Parteiveteran Michael Gove räumte gegenüber der "Sunday Times" ein, dass dieser Eindruck extrem schädlich für die politische Integrität sei.