Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat trotz ablehnender Haltung des Kremls seine Forderung nach einer Einbindung Russlands in einen zweiten, noch in diesem Jahr stattfindenden Friedensgipfel, erneuert. Auf einer Pressekonferenz in Kiew betonte Selenskyj die Notwendigkeit der Anwesenheit russischer Vertreter auf dem Gipfel. Bis November erwarte er von den Teilnehmern einen detaillierten Umsetzungsplan für seine bereits 2022 vorgestellte Friedensformel, die einen vollständigen Abzug russischer Truppen vom ukrainischen Staatsgebiet vorsieht.
Im Vorfeld des Gipfels sollen verschiedene thematische Treffen stattfinden. Ende Juli oder Anfang August ist in Katar ein Treffen auf Minister- oder Beraterebene zur Energiesicherheit geplant. Im August sollen Gespräche in der Türkei über die freie Seefahrt und die damit verbundene Nahrungsmittelsicherheit stattfinden. Zusätzlich wird es ein drittes Treffen in Kanada geben, bei dem der Austausch von Gefangenen und die Rückkehr von durch Russland verschleppten Kindern auf der Agenda stehen.
Seit der russischen Invasion im Februar 2022 verteidigt die Ukraine ihr Territorium gegen die Aggression. Moskau hingegen fordert für einen Frieden die Abtretung von über einem Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets sowie die Neutralität der Ukraine, was einen Verzicht auf den 2019 in der Verfassung verankerten Nato-Beitritt bedeuten würde. An einem ersten Friedensgipfel im Juni in der Schweiz nahmen trotz der Abwesenheit russischer Vertreter Repräsentanten von über 100 Staaten und Organisationen teil. Themen wie Energie-, Nahrungsmittelsicherheit und der Austausch von Gefangenen wurden diskutiert, drei der zehn Punkte von Selenskyjs Friedensplan. Der Kreml bezeichnete diesen Gipfel als absurd.