Im Zuge ihrer Asien-Pazifik-Strategie könnte die Bundeswehr eine neue Marschroute einschlagen – die 'Baden-Württemberg' winkt mit einer möglichen Passage durch die Straße von Taiwan. Während eines Besuchs in Neuseeland verdeutlichte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, dass die genauen Kursdetails der bevorstehenden Pazifik-Mission zwar unter Verschluss bleiben, das internationale Seerecht jedoch keine Ausnahme für die Meerenge kennt. Die Regeln der friedlichen Passage seien unmissverständlich und würden auch dort Geltung besitzen, wo deutsche Kriegsschiffe ihre Präsenz zeigen.
Die Deutsche Marine rüstet sich für eine Weltumseglung, auf der die Fregatte 'Baden-Württemberg' und ihr Weggefährte, der Einsatzgruppenversorger 'Frankfurt am Main', via Panamakanal gen Pazifik steuern, mit Bestimmungsort unter anderem das Südchinesische Meer. Ein ähnliches Unterfangen wurde vorgetragen mit der Fregatte 'Bayern', allerdings mit einem bewussten Abstand zu Taiwan – eine Entscheidung, die heute noch nachklingt.
Die entscheidende Frage bleibt, wie die Volksrepublik China eine solche Aktion interpretieren würde. Die militärische Präsenz westlicher Nationen in der empfindlichen Meerenge hat bisher die Großmächte USA, Großbritannien und Frankreich vorgemacht. Nun mehren sich Stimmen, dass Deutschland diesem Beispiel folgen sollte, darunter auch von Taiwans Repräsentant in Deutschland, Jhy-Wey Shieh.
Deutschlands Entscheidung zur Route der 'Baden-Württemberg' könnte das diplomatische Gewässer erheblich aufwühlen und damit auch weitreichende Folgen für die geopolitische Seefahrt und internationale Beziehungen haben.