Im Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten, dem die Fälschung von Geschäftsunterlagen zur Verschleierung einer Affäre mit einem Pornostar vorgeworfen wird, konnten Anwälte sieben Geschworene bestimmen. Die Auslese gestaltete sich besonders am ersten Verhandlungstag als herausfordernd, nachdem zahlreiche potenzielle Geschworene sich als befangen ausschlossen – ein Indiz für die Problematik, in Manhattan, einer Hochburg der Demokraten, ein unvoreingenommenes Geschworenengremium zu finden.
Während Donald J. Trump im Gerichtssaal dem Vorgang beiwohnte, offenbarte bereits die Vormittagssitzung des zweiten Prozesstages die Schwierigkeiten: etliche Kandidaten gaben an, sie könnten keine unparteiische Haltung einnehmen. Dem 77-jährigen Trump werden fast drei Dutzend Fälle von Aktenfälschung zur Last gelegt, um die Zahlung an Stormy Daniels zu kaschieren, die von einer kurzen sexuellen Begegnung mit ihm im Jahr 2006 berichtet. Die Beschuldigungen weist Trump zurück, spricht von einer "Hexenjagd", ausgeführt durch den demokratischen Bezirksstaatsanwalt Alvin L. Bragg.
Die möglichen Rechtsfolgen für den ehemaligen Präsidenten reichen von Bewährung bis zu einer vierjährigen Haftstrafe. Die Verhandlung unter Vorsitz des erfahrenen und pragmatischen Richters Juan M. Merchan soll rund sechs Wochen dauern. Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass allein die Auswahl der zwölf Geschworenen und mehrerer Ersatzpersonen bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen würde. Doch Merchan gelang es, die Angelegenheit zügig voranzutreiben und stellte bemerkenswert schnell weitere 96 potenzielle Geschworene unter Eid, die am Donnerstag wieder erscheinen sollen – da Mittwoch verhandlungsfrei ist. In Anbetracht dessen könnte ein vollständiges Geschworenengremium möglicherweise in dieser Woche komplettiert werden.
Wesentliche Erkenntnisse des Tages:
- Juristisches Verfahren schreitet unerwartet zügig voran
- Schwierigkeit der Bildung eines unparteiischen Geschworenengremiums in Manhattan deutlich geworden
- Donald J. Trump zeigt starke Verteidigungsposition durch Zurückweisung der Vorwürfe
- Richter Juan M. Merchan agiert effizient und fokussiert auf Prozessbeschleunigung