Die bevorstehenden Zinssenkungen der Federal Reserve haben die Märkte in Aufruhr versetzt. Während die Berichtssaison bislang gemischte Ergebnisse lieferte, bleibt die Furcht vor einem Einzelhandelsrückgang bestehen.
Die Streaming-Firma Roku präsentierte letzte Woche solide Ergebnisse, doch die Aktie zeigte kaum Bewegung und liegt immer noch 88 % unter ihrem Höchststand. Nichtsdestotrotz könnten nachhaltige positive Entwicklungen dafür sorgen, dass die Aktie langfristig an Wert gewinnt.
Ein bedeutender Indikator für Roku ist die steigende Nutzerzahl. Das Unternehmen verzeichnete am Ende des zweiten Quartals 83,6 Millionen Abonnements, ein Anstieg von 14 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Streaming-Stunden stiegen um 20 % auf 31 Millionen. Diese Zahlen spiegeln das wachsende Interesse und die Engagement der Kunden wider, was für die künftigen Werbeeinnahmen von zentraler Bedeutung ist.
Auch die finanziellen Kennzahlen zeigen eine positive Entwicklung. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 14 %, wobei das Plattform-Segment, bestehend aus Werbung und Partnerschaften, um 11 % zulegte. Das Segment der Geräte wuchs um beachtliche 39 %, macht jedoch lediglich 15 % des Gesamtumsatzes aus.
Obwohl das Gerätsegment derzeit Verluste einfährt, verfolgt es eine klare Strategie: Es zieht Nutzer in das Roku-Ökosystem und steigert so die Streaming-Stunden, was wiederum die Werbeverkäufe ankurbelt. Das Werbegeschäft, das 85 % des Umsatzes ausmacht, erzielte im zweiten Quartal eine hohe Bruttomarge von 53,4 %.
Das Management setzt gezielt auf eine höhere Monetarisierung durch seine Plattform. Roku führt das Ranking der Betriebssysteme in den USA, Kanada und Mexiko an, und plant, diese Marktstellung weiter auszubauen. Die „Startseite“ spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie für gezielte Werbung genutzt wird, selbst bei Premium-Abonnenten.
Insbesondere der "Roku Channel" verzeichnete wachsende Zuschauerzahlen und wurde im zweiten Quartal zum drittmeist gesehenen Kanal, wobei die Streaming-Stunden um 75 % zulegten. Um die Profitabilität zu steigern, wurde die "Roku Pro Series" eingeführt, eine hochpreisige Produktlinie, die höhere Margen verspricht und positive Bewertungen erhält. Der Ausbau von Partnerschaften, zum Beispiel mit Target, zielt darauf ab, die Marktpräsenz zu erhöhen.
Obwohl die Pandemie kurzfristig die Gewinne in die Höhe schnellen ließ, war Roku nicht auf die enorme Nachfrage vorbereitet und musste Anpassungen vornehmen. Trotz eines operativen Verlusts im zweiten Quartal verbesserte sich dieser um 43 % zum Vorjahr. Es war das vierte Quartal in Folge mit positivem EBITDA und freiem Cashflow. Für das dritte Quartal wird ein EBITDA von 45 Millionen US-Dollar prognostiziert, ein leichter Anstieg im Jahresvergleich.
Der Nettoverlust verbesserte sich von 108 Millionen US-Dollar im letzten Jahr auf 34 Millionen US-Dollar. Für das dritte Quartal wird ein Verlust von 50 Millionen US-Dollar erwartet. Trotz der Verluste zeigen die Indikatoren eine klare positive Tendenz.
Roku-Aktien werden zum Zweifachen des 12-Monats-Umsatzes gehandelt und zeigen weiterhin zweistelliges Wachstum. Das Unternehmen genießt Wettbewerbsvorteile im Gerätesegment und hat erhebliche Wachstumschancen im Werbegeschäft. Obwohl die Profitabilität nicht über Nacht erreicht wird, könnten langfristig orientierte Anleger in Roku eine attraktive Investitionsmöglichkeit finden.