30. August, 2026

Politik

Risikobewusste Neuausrichtung der Elementarschadenversicherung

Risikobewusste Neuausrichtung der Elementarschadenversicherung

Angesichts der immer häufiger auftretenden extremen Wetterlagen mit Dauerregen und Hochwasser plädiert der Grünen-Finanzexperte Stefan Schmidt für eine Reform der Elementarschadenversicherung. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte er die Notwendigkeit einer "risikoorientierten" Pflichtversicherung, um die Bevölkerung besser vor den finanziellen Folgen solcher Naturkatastrophen zu schützen. Derzeit ist nur etwa jeder zweite Bürger entsprechend versichert, die andere Hälfte ist sich oftmals des mangelnden Schutzes nicht bewusst und ist auf politische Hilfsmaßnahmen angewiesen.

Die gestiegene Frequenz und Intensität von Schadensereignissen verlangen nach transparenten Informationen über Risiken und verpflichtenden Versicherungen, die gleichzeitig bezahlbar bleiben müssen, so Schmidt. Darüber hinaus sprach er sich dafür aus, dass staatliche Präventionsmaßnahmen verstärkt werden sollten. Insbesondere mahnte er an, dass künftig keine neuen Wohngebiete in hochrisikobehafteten Lagen genehmigt werden dürften.

Die Forderungen finden Unterstützung bei den Bundesländern, welche die Bundesregierung bereits vor über einem Jahr zu einer landesweiten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden aufforderten. Hintergrund war die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 mit verheerenden Folgen. Justizminister Marco Buschmann von der FDP solle nun zügig einen entsprechenden Gesetzentwurf präsentieren. Eine solche legislative Neuausrichtung erscheint dringend, da die finanziellen Auswirkungen von Naturkatastrophen im Schadensfall das Existenzminimum vieler Betroffener gefährden können, was die im Bundesrat geäußerten Bedenken, private Haushalte könnten überstrapaziert werden, relativiert.