In einer jüngsten Stellungnahme hat der russische Präsident Wladimir Putin die militärischen Schläge gegen ukrainische Energieanlagen als unerlässliche Reaktion auf Attacken gegen russische Ziele gerechtfertigt. Bei einem Treffen mit dem weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko in Moskau bekräftigte Putin, dass die russischen Aktionen als Replik auf Aggressionen gegen die eigene Infrastruktur zu verstehen seien und Teil der angeblichen 'Demilitarisierung' der Ukraine darstellen.
Die kontinuierlichen Angriffe auf Kraftwerke und andere energetische Schlüsselinfrastrukturen betrachtet der Kremlchef als strategisch notwendig, um den Waffenproduktionsoutput des Nachbarlands zu schmälern. Dabei kontert er die internationale Kritik, die Russland für diese Taktik erntet.
Der belarussische Machthaber Lukaschenko, der in vielerlei Hinsicht von Putins Wohlwollen abhängig ist, stimmte mit der Darstellung überein und legte dar, die Ukraine sei für den Beschuss ihrer Energieanlagen selbst verantwortlich.
Putin, dessen Land nach eigener Aussage das Leiden der Zivilbevölkerung in der kalten Jahreszeit verhindern wollte, betonte, man habe mit den massiven Aktionen bis nach dem Winter gewartet. Allerdings steht diese Behauptung in krassem Widerspruch zu den Ereignissen der Vergangenheit. Seit dem Beginn der russischen Invasion wurden zahlreiche ukrainische Städte mit Angriffen auf Strom- und Wasserversorgung konfrontiert, zeitweise sogar während des ersten Winters des Konflikts.
Es bleibt allerdings unklar, inwieweit diese Strategie tatsächlich zur Demilitarisierung beiträgt oder lediglich eine weiterführende Eskalation des Konfliktes und eine erhöhte Leidtragung der Zivilbevölkerung zur Folge hat.