In den Hallen der österreichischen Legislative nimmt der Druck auf den früheren Milliardär und Signa-Gründer René Benko zu. Nachdem Benko eine als Zeuge anberaumte Vernehmung im Untersuchungsausschuss des Parlaments kurzfristig absagte, brachte dies parteiübergreifend Unmut zum Ausdruck. Die SPÖ hat prompt eine Beugestrafe beantragt, ein Schritt, der parteiübergreifende Zustimmung erfährt. ÖVP-Abgeordneter Andreas Hanger kritisierte die kurzfristige Absage als Missachtung der parlamentarischen Institution. Das Bundesverwaltungsgericht wird über die Anträge befinden, womit eine neue Befragung Benkos noch in der ersten Jahreshälfte möglich erscheint, so der SPÖ-Vertreter Jan Krainer.
Das parlamentarische Interesse an Benko ist hoch, insbesondere hinsichtlich der Spekulationen über mutmaßliche Steuervorteile für Superreiche mit ÖVP-Nähe und die Risikostrategie seines Unternehmens. Grünen-Abgeordnete Nina Tomaselli beschrieb die Signa als enormes Risiko, das auf niedrige Zinsen, aggressive Expansion und starke Wertsteigerungen gesetzt habe, und betonte, Beziehungen zur Politik seien kein Geschäftsmodell. Währenddessen verlief die Befragung von Eduard Müller, vormals im Finanzministerium und nun Chef der Finanzmarktaufsicht, eher unspektakulär; er verneinte besondere Vorzugsbehandlung für Benko.
Die Abwesenheit Benkos im Untersuchungsausschuss wird von seinem Anwalt Norbert Wess mit einer "einzigartigen" Situation begründet – zahlreiche straf- und steuerrechtliche Ermittlungen, über die jedoch Benko offiziell nicht informiert worden sei, was sein Erscheinen riskant mache.
René Benko, einst als Multi-Milliardär bekannt und für seinen opulenten Lebensstil berühmt, ist nach finanziellen Rückschlägen seines Firmenimperiums aus der Öffentlichkeit zurückgetreten. Signa-Sanierer Erhard Grossnigg offenbarte kürzlich, Benko habe sich Substantialien aus seinem Unternehmen ausgeschüttet. Unterdessen deuten Aussagen Benkos auf einen radikalen Abstieg hin, mit einer Selbsteinschätzung, die ein monatliches Einkommen von lediglich 3.700 Euro und familiäre Unterstützung als Lebensgrundlage nennt.
Der ehemalige Tycoon steht womöglich noch vor weiteren Herausforderungen. Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur, äußerte Unbehagen angesichts der drohenden Rechtsstreitigkeiten. Zudem könnte Benko, der in Investorenkreisen als Schlüsselfigur seines Unternehmens gilt, im Zentrum weiterer juristischer Auseinandersetzungen stehen. Währenddessen bleiben dem Untersuchungsausschuss aufgrund anstehender Wahlen zeitliche Grenzen gesetzt, erfolgreiche Aufklärungsarbeit hingegen ist weiterhin das Ziel.