27. August, 2026

Politik

Orban und der diplomatische Drahtseilakt

Orban und der diplomatische Drahtseilakt

Viktor Orban hat mit seiner selbsternannten "Friedensmission" die globale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Doch ob seine eigenmächtige Aktion tatsächlich zur Lösung des Ukraine-Konflikts beiträgt oder als bloße Effekthascherei entlarvt wird, bleibt abzuwarten. Unterdessen erlebt die ungarische Ratspräsidentschaft eine Flaute. Anstelle von bedeutsamen Zusammenkünften mit internationalen Spitzenpolitikern und EU-Kommissaren wird es in den verbleibenden Monaten des Jahres lediglich kleinere politische Treffen in Ungarn geben.

Der Schwenk in der Dynamik ist größtenteils der festen Hand von Ursula von der Leyen zu verdanken. Die Präsidentin der Europäischen Kommission und ihr hochrangiges Team haben Orban deutlich die kalte Schulter gezeigt. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten behandeln den ungarischen Premierminister mittlerweile wie einen politischen Paria. Beklagenswert ist jedoch das gemächliche Tempo Brüssels: Während Orban quer über den Globus unterwegs war, schritt die Kommission erst verspätet ein.

Doch die Zeit drängt, und der Terminkalender setzt deutliche Grenzen. Morgen steht für Ursula von der Leyen ihre Wiederwahl als Kommissionspräsidentin an. Um diese Hürde unbeschadet zu nehmen, muss jeder potenzielle Makel beseitigt werden.