Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, betrachtet den unerwarteten Ausgang der französischen Parlamentswahl mit Zuversicht. Er hält es für möglich, dass Präsident Emmanuel Macron trotz eines komplexen Wahlergebnisses eine stabile Regierung bilden kann. Hardt zeigt sich optimistisch, dass ein Bündnis Macrons politisches Lager unterstützen könnte, möglicherweise in Zusammenarbeit mit Les Républicains, um eine starke relative Mehrheit zu sichern. Dies würde es ermöglichen, weiterhin den Premierminister zu stellen und eventuell Kräfte aus dem Linksbündnis zu integrieren.
Hardt analysierte das Wahlergebnis als Zeichen dafür, dass die Rechtsextremen unter Marine Le Pen, trotz relativer Mehrheit der Stimmen, keine Parlamentsmehrheit erreichen konnten. Das französische Mehrheitswahlrecht und die hohe Wahlbeteiligung spiegeln demnach wider, dass die Mehrheit der Franzosen gegen Le Pens extremistische Positionen steht, auch wenn sie versucht, sich moderater darzustellen.
Allerdings sieht Hardt ebenfalls Herausforderungen. Eine konstruktive demokratische Mehrheit, die sich auf ein gemeinsames Programm einigen kann, ist derzeit nicht in Sicht. Er kritisierte die Forderungen des Linksbündnisses aus deutscher und europapolitischer Perspektive und bezeichnete das Bündnis als 'mit heißer Nadel gestrickt'. Die Uneinigkeit innerhalb des Linksbündnisses stelle weitere Hindernisse dar.
Dennoch hofft Hardt auf eine pragmatische Lösung, wie etwa die Unterstützung einer technisch ausgerichteten Regierung durch Experten mit Mitte-Links-Unterstützung. Beide Varianten wären für Präsident Macron akzeptabel und würden eine harte Opposition abwenden, so der CDU-Politiker.
Nach den Hochrechnungen lag das Linksbündnis bei der Parlamentswahl vorn, während das rechtsnationale Rassemblement National enttäuschend auf dem dritten Platz hinter dem Mitte-Lager von Macron landete. Keines der Lager erreichte jedoch die absolute Mehrheit von 289 Sitzen.