Der russische Präsident Wladimir Putin und der indische Premierminister Narendra Modi lobten bei ihren Gesprächen im Kreml die seit Jahrzehnten bestehenden engen bilateralen Beziehungen zwischen ihren Ländern. Putin betonte dabei, dass beide Nationen eine "privilegierte strategische Partnerschaft" teilen, die durch einen bemerkenswerten Anstieg des Handels um 60 Prozent im letzten Jahr untermauert wird. Laut dem indischen Handelsministerium umfasst dieser Handelszuwachs insbesondere die Importe von Öl und Dünger aus Russland, die zusammen einen Wert von rund 60,5 Milliarden Euro erreichten.
Modi bekräftigte bei einem Treffen mit Vertretern der indischen Community in Moskau die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Ländern. Er lobte die Führungsqualitäten Putins und hob die starke Basis aus gegenseitigem Vertrauen und Respekt hervor, auf der die Beziehung ruhe. Modi betonte zudem Indiens Rolle in einer multipolaren Weltordnung und erklärte, dass Indien bei globalen Krisen oft als erster Akteur agiere.
Obwohl Indien historisch gute Beziehungen zu Russland pflegt, stellt die zunehmende Nähe Russlands zu China eine Herausforderung dar. Modi unterstrich die Position Indiens als eigenständiger Akteur auf der Weltbühne und sprach sich weiterhin für Frieden und Diplomatie aus, auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Indiens pragmatische Haltung zeichnet sich dabei insbesondere durch die zunehmenden Ölimporte aus Russland aus, während es gleichzeitig zu friedlichen Lösungen aufruft.
Der Empfang Modis in Moskau war aufwendig inszeniert – eine Notwendigkeit angesichts der eingeschränkten internationalen Möglichkeiten Putins aufgrund des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofes. Das Programm umfasste nicht nur intensive Gespräche, sondern auch eine gemeinsame Fahrt im Elektro-Cart und den Besuch einer Pferdeshow.
Kritik an Modis Besuch kam insbesondere aus der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte auf der Plattform X seine Enttäuschung darüber, dass Modi an einem solchen Tag Putin umarmte, während Bilder eines zerstörten Kinderkrankenhauses in Kiew kursierten. In Indien hingegen wurde Modi in den sozialen Medien vor allem als jemand verteidigt, der die Interessen seines Landes vertritt – ähnlich wie westliche Politiker.