28. August, 2026

Politik

Labour-Regierung plant radikalen Schritt: Keine neuen Nordsee-Bohrlizenzen

Labour-Regierung plant radikalen Schritt: Keine neuen Nordsee-Bohrlizenzen

Die kürzlich ins Amt getretene Labour-Regierung steht kurz davor, neuen Nordsee-Bohrlizenzen einen Riegel vorzuschieben, selbst wenn Anträge bereits in Bearbeitung sind. Damit löst sie ein zentrales Versprechen ihrer Wahlkampagne ein und markiert einen drastischen Bruch zu ihren Vorgängern.

Energieminister Ed Miliband erwägt, laufende Anträge, die im Rahmen einer Öl- und Gaslizenzierungsrunde Ende 2022 eingereicht wurden, zu blockieren. Offizielle betonen, dass die Regierung diesen Prozess in enger Zusammenarbeit mit der Regulierungsbehörde überprüft.

Während Labour bei den Wahlen versprochen hatte, keine neuen Öl- und Gaslizenzen auszustellen, sollen bestehende Lizenzen unangetastet bleiben. Doch das mögliche Verbot bereits angefangener Anträge geht über die Erwartungen vieler Branchenakteure hinaus und könnte Spannungen zwischen der Regierung und Gewerkschaften auslösen, die Jobverluste befürchten.

Ein Branchenvertreter beschrieb die Stimmung im Sektor als "düster" und warnte, dass dieser Schritt – zusammen mit der geplanten Erhöhung der Übergewinnsteuer – den Rückgang des alternden Beckens beschleunigen könnte. Der Insider ergänzte: "Niemand war sich ganz sicher, was passieren würde, aber die Annahme war, dass die Runde durchgeht."

Betroffen wären etwa ein halbes Dutzend Anträge von drei Unternehmen aus der 33. Lizenzierungsrunde, die bereits zahlreiche neue Lizenzen hervorgebracht hat. Das Energiesicherheits- und Net-Zero-Ministerium wies einen Bericht des Daily Telegraph zurück, wonach Miliband bereits ein "sofortiges Verbot neuer Bohrungen" angeordnet habe. Dennoch bestätigte die Regierung, dass Miliband letztlich plane, diese Lizenzanträge durch die North Sea Transition Authority zu blockieren.

Labours Wahlprogramm sieht vor, alle neuen Lizenzen für Bohrungen in neuen Gas- und Ölfeldern in der Nordsee zu stoppen. Stattdessen will die Partei massiv in Wind- und Solarenergie investieren und bis 2030 die Emissionen der Stromerzeugung auf null senken. Kritiker, darunter die fossile Brennstoffindustrie und die Gewerkschaften Unite und GMB, argumentieren jedoch, dass die Politik wirtschaftlich keinen Sinn ergibt, da das Vereinigte Königreich weiterhin große Mengen fossiler Brennstoffe nutzen wird.

Dennoch möchte die neue Regierung ein starkes Zeichen im Kampf gegen den Klimawandel setzen. Diese Woche wurden bereits Planungsregeln für Onshore-Windkraftanlagen in England gelockert, und der ehemalige Geschäftsführer des Climate Change Committee, Chris Stark, wurde engagiert, um die Pläne für erneuerbare Energien voranzutreiben.

Das Energiesicherheitsministerium betonte: "Wie bereits formuliert, werden wir keine neuen Lizenzen zur Erkundung neuer Felder ausstellen. Bestehende Öl- und Gaslizenzen werden nicht widerrufen, und wir werden bestehende Felder während ihrer gesamten Lebensdauer managen. Wir arbeiten mit der North Sea Transition Authority zusammen, um einen fairen und ausgewogenen Übergang in der Nordsee zu gewährleisten."