In den indirekt geführten Verhandlungen um eine Feuerpause im Gaza-Konflikt hat die Hamas nach Informationen des "Wall Street Journal" den Kompromissvorschlag der USA weitestgehend zurückgewiesen. Stattdessen plant die als Terrororganisation eingestufte Hamas einen eigenen Lösungsansatz vorzulegen, so das Blatt unter Berufung auf anonyme Vermittler. Dies könnte die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten weiter verkomplizieren.
Die Verhandlungen, die von Vermittlern in Beirut begleitet werden, scheinen einen Stillstand erreicht zu haben. Den Quellen nach sind Fortschritte zurzeit nicht erkennbar. Am Dienstag wurde bereits durch diese Vermittler berichtet, dass die Situation "nicht gut" sei. Das Interesse Israels liege vor allem auf dem heißen Eisen der Geiselnahme, während eine Waffenruhe derzeit nicht im Fokus stehe.
Der Handelsverkehr bleibt von offiziellen Stellungnahmen zu den laufenden Verhandlungen unbeleuchtet. Nachdem Gesandte der Hamas Kairo nach Gesprächen verlassen hatten, steht eine offizielle Bewertung des gegenwärtigen Verhandlungsstands noch aus.
Die von CIA-Direktor William Burns in Kairo präsentierte US-Lösung impliziert eine befristete Feuerpause, die den Austausch von Geiseln und Häftlingen in einer ersten Phase mit einschließt. Der Plan sieht vor, dass Hamas 40 Geiseln freigibt im Tausch gegen 900 palästinensische Gefangene, einschließlich solcher, die wegen Mord zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt wurden. Im Gegenzug sollte Israel die Heimführung von bis zu 150.000 Vertriebenen in den nördlichen Teil des Gazastreifens dulden.
Ein dauerhafter Frieden und der komplette Rückzug israelischer Streitkräfte ist der Standpunkt der Hamas, während Israel sich die Option offenlässt, die militärischen Aktionen nach einer Waffenpause wieder aufzunehmen. Direkte Gespräche finden nicht statt, weshalb die USA gemeinsam mit Katar und Ägypten als Vermittler agieren.