28. August, 2026

Politik

Israelische Armee ruft zu Flucht aus Gaza auf

Israelische Armee ruft zu Flucht aus Gaza auf

Die israelische Armee hat die Bewohner der Stadt Gaza zur Flucht aufgefordert. Die Aufforderung, sich in die im Zentrum gelegenen Orte Deir al-Balah und Al-Sawaida zu begeben, wurde durch einen israelischen Militärsprecher in arabischer Sprache publik gemacht. Für die Flucht beschrieb er Routen, die ohne Kontrollpunkte passiert werden können. Zugleich warnte er eindringlich, dass Gaza ein gefährliches Kampfgebiet bleibe.

Dieser Fluchtaufruf deutet häufig auf bevorstehende Militäroperationen hin. Israelische Medien und Anwohner berichteten, dass die Armee am Morgen Flugblätter in der Stadt verteilte, die die Bevölkerung aufforderten, die Stadt zu verlassen. Zahlreiche Anwohner weigern sich jedoch, die Gebiete zu verlassen.

So berichtet Abu Kamil, ein 66-jähriger Bewohner der Stadt Gaza, dass er trotz der Gefährdung seines Lebens bleiben wolle. Er betont, dass es im gesamten Gazastreifen keine sicheren Orte mehr gebe. In seinem fünfstöckigen Haus leben mehr als 120 Vertriebene unter prekären Bedingungen, ohne Wasser und Strom. "Wenn wir sterben, dann werden wir zusammen sterben", sagt er.

Auch Rana Mater, 35 Jahre alt, hat nach dem Einrücken der israelischen Armee kürzlich ihr Viertel Tal al-Hawa im Südwesten der Stadt verlassen. Obwohl die Armee zur Flucht nach Deir al-Balah aufrief, entschied sich ihre Familie, im Norden der Stadt Zuflucht zu suchen. Sie erklärt, dass nach Monaten des Leids und der Zerstörung ein sicherer Ort im Gazastreifen ohnehin nicht mehr existiere.

Bereits in den vergangenen Wochen wurden die Bewohner mehrerer Stadtviertel wie Tal al-Hawa und Schedschaija zur Flucht aufgefordert, wo es inzwischen schwere Kämpfe gibt. Der nunmehrige Aufruf betrifft die gesamte Stadt Gaza, die schwer von den Verwüstungen des Krieges betroffen ist.

Die israelischen Truppen kämpften bereits zu Beginn des Konflikts in der Stadt. Währenddessen versucht die islamistische Hamas, sich in Gaza und anderen Orten neu zu gruppieren, was die Situation zusätzlich verschärft.