Ein israelischer Luftangriff im Gazastreifen, der zum Tod von sieben ausländischen Mitarbeitern der Hilfsorganisation World Central Kitchen führte, hat weltweit besorgte und verurteilende Reaktionen hervorgerufen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete den Vorfall als 'tragischen Fehler' und versprach, den Fall untersuchen zu lassen, um Wiederholungen zu vermeiden. Die Betroffenen gehörten zu einem internationalen Team, dessen Mitglieder aus Australien, Polen, Großbritannien, den Palästinensergebieten, sowie den USA und Kanada stammten. In Reaktion auf den Vorfall kündigte WCK an, die Arbeit im Gebiet zur Auswertung zu stoppen.
Zur Tatzeit befand sich das Team in zwei gepanzerten und einem ungeschützten Fahrzeug, alle deutlich mit dem Logo von WCK gekennzeichnet, und hatte zuvor humanitäre Hilfsgüter in Deir al-Balah entladen. Trotz vorheriger Koordinierung mit den israelischen Streitkräften wurde der Konvoi beschossen.
Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari versicherte, dass die Armee an internationale Rechtssätze gebunden sei und angekündigt habe, eine gründliche und transparente Untersuchung durchzuführen, bei der unabhängige Experten hinzugezogen würden.
Die Aktionen Israels, insbesondere der Vorfall vom 7. Oktober letzten Jahres, bei dem über 1200 Menschen ums Leben kamen und als Gegenschlag eine massive israelische Militäroperation folgte, haben bereits international zu starker Kritik geführt. Die aktuelle Tragödie fügt dieser Kritik eine weitere Dimension hinzu.
World Central Kitchen, wurde 2010 von dem spanischen Chefkoch José Andrés gegründet und leistet seitdem weltweit humanitäre Hilfe durch die Bereitstellung von Mahlzeiten in Krisengebieten. Die Organisation betont, dass der Angriff nicht nur WCK, sondern allen humanitären Helfern gelte, die in Krisenzeiten Unterstützung bieten.
Ägypten, Jordanien, die Vereinten Nationen, das Vereinigte Königreich, Spanien und die EU-Kommission äußerten sich allesamt verurteilend und fordernd bezüglich einer gründlichen Aufklärung des Angriffs. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen würdigte das Engagement der Getöteten, und die britische Regierung sowie der spanische Premierminister Pedro Sánchez forderten umfassende Aufklärung. Die deutsche Politikerin Sahra Wagenknecht sprach sich für ein sofortiges Waffenembargo aus, um die Gewaltspirale zu durchbrechen.