Die indische Rupie verzeichnete ihren bisher niedrigsten Schlusskurs, während eine unsichere globale Risikobereitschaft herrscht. Staatlich geführte Banken, vermutlich im Auftrag der Zentralbank, verkauften jedoch Dollar und verhinderten so weitere Verluste, wie Händler berichten.
Am Ende des Handelstages notierte die Rupie bei 83,9625 gegenüber dem US-Dollar, im Vergleich zu 83,9550 beim vorherigen Schlusskurs. Die wichtigsten indischen Aktienindizes, BSE Sensex und Nifty 50, schlossen jeweils um 0,7 % niedriger, im Einklang mit der Schwäche der globalen Aktienmärkte.
Der gesamteuropäische STOXX 600-Index fiel im frühen Handel um 1 %, während der nikkei-Index in Japan um 0,7 % nachgab. Das globale Risikoempfinden hat sich diese Woche verschlechtert, da Investoren Carry Trades, die durch den japanischen Yen finanziert wurden, auflösten und besorgt über eine wirtschaftliche Abkühlung in den USA sind.
Der Dollar-Index stieg leicht auf 103,1, und die meisten asiatischen Währungen legten zu. Besonders auffällig war der Anstieg der indonesischen Rupiah um fast 0,9 %. Die indische Rupie wich jedoch von diesem Trend ab und bewegte sich in einer engen Spanne, unterstützt durch gelegentliche Dollarverkäufe staatlich geführter Banken, vermutlich im Auftrag der Reserve Bank of India (RBI).
Mehrfache Interventionen der RBI und Anweisungen an führende Banken, keine großen spekulativen Wetten gegen die Rupie einzugehen, sorgten dafür, dass Trader vorsichtig wurden, was Short-Positionen auf die Währung anging. Die Zentralbank beließ die Leitzinsen unbewegt in ihrer neunten aufeinanderfolgenden Sitzung.
Die Prämien für Dollar-Rupie-Termingeschäfte stiegen, unterstützt durch die Entscheidung der RBI, ihre lockere Geldpolitik beizubehalten. Die implizite Rendite für ein Jahr stieg um 4 Basispunkte auf 2,05 %. Barclays Bank prognostiziert, dass die RBI ab Dezember 2024 mit Zinssenkungen beginnen wird.
Indiens Devisenreserven erreichten am 2. August ein Rekordhoch von 675 Milliarden Dollar.