In der Diskussion um die geplante Kindergrundsicherung zieht der Paritätische Wohlfahrtsverband eine entschlossene Linie gegen die Befürchtungen der Liberalen zur potenziellen Bürokratisierung des Vorhabens. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Verbands, lehnte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk die negative Konnotation des Begriffs "Bürokratie", den die FDP ins Feld führt, ab. Die Debatte entzündet sich an der Positionierung der Bundesfamilienministerin Lisa Paus, die sich vehement für die Schaffung von 5.000 neuen Stellen einsetzt, um das ambitionierte Milliardenformat zu bewältigen. Die FDP, vertreten durch den Parlamentarischen Geschäftsführer Johannes Vogel, sieht in dieser Strategie einen Rückschritt und plädiert für eine verstärkte Digitalisierung der Prozesse anstelle einer Ausweitung der behördlichen Strukturen. Dem gegenüber steht die Argumentation von Schneider, der die personelle Verstärkung als einen Akt der Entlastung für Familien interpretiert, die letztendlich dem Abbau von Kinderarmut diene. Das Bundesfamilienministerium, vertreten durch eine Sprecherin, reagierte ebenfalls auf die Kritik und untermauerte die Relevanz der prognostizierten 5.000 Stellen. Diese seien im Kontext der Analyse der Bundesagentur für Arbeit als angemessen befunden worden, speziell angesichts der Tatsache, dass viele antragsberechtigte Kinder aktuell nicht erreicht werden. Die Kernpunkte des ambitionierten Projekts, das spätestens 2025 mit verschiedenen kinderbezogenen Leistungen an den Start gehen soll, wurden bereits im letzten Herbst als Gesetzesentwurf verabschiedet. Indes strebt das Maßnahmenpaket – eine Herzensangelegenheit der Grünen – nur langsam durch das parlamentarische Prozedere, wobei eine Erhöhung der finanziellen Hilfen an Familien, unabhängig von administrativen Anpassungen, von Schneider als zeitnahe Maßnahme gegen Kinderarmut empfohlen wird.
Politik
Grünes Licht für Bürokratie oder Wohl der Kinder? Debatte um neue Stellen für Kindergrundsicherung entfacht