Bayerns Landesvater Markus Söder spricht sich nach der souveränen Bestätigung von Friedrich Merz als CDU-Vorsitzenden für dessen vorrangige Position in der Debatte um die unionsinterne Kanzlerkandidatur aus. Die Führung der CDU impliziere beinahe selbstverständlich eine Favoritenrolle, teilte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident am Dienstag in einem Interview mit. Merz erhielt auf dem CDU-Parteitag am Vortag annähernd neun Zehntel aller Stimmen.
Söder, der ebenfalls am Dienstag eine Ansprache auf der Veranstaltung in Berlin halten soll, gibt sich optimistisch, dass beide Unionsparteien in der Lage sein werden, eine passende Entscheidung zu treffen. Dabei nahm er Bezug auf den festgelegten Zeitplan beider Schwesterparteien, der wichtige politische Weichenstellungen vorsieht, darunter die Europawahl und die Landtagswahlen, bevor eine finale Konsensfindung in der K-Frage ansteht.
In Berlin setzen die CDU-Delegierten ihre Beratungen über das neue Grundsatzprogramm fort, welches den Arbeitstitel "In Freiheit leben – Deutschland sicher in die Zukunft führen" trägt und nach fast zwei Jahrzehnten das erste seiner Art darstellt. Die Partei sieht hierin den Abschluss ihrer ideologischen Erneuerung nach der Wahlniederlage im Jahr 2021.
Der CSU-Vorsitzende äußerte sich auch anerkennend über die inhaltlichen Entwürfe der CDU und stellte die enge Verzahnung mit den Positionen seiner eigenen Partei heraus, von der beide Seiten profitieren würden. Dieses neue Niveau der Zusammenarbeit führe zu einer noch nie dagewesenen Nähe zwischen CSU und CDU. Merz hatte sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt in ähnlicher Weise zu den parteiübergreifenden Gemeinsamkeiten bekannt.
Söders bevorstehende Rede soll vor allem die Bedeutung der Europawahl im Juni in den Vordergrund rücken und dazu aufrufen, an diesem weltweit größten demokratischen Wahlereignis teilzunehmen – mit dem dringenden Appell, extremistischen Kräften keinen Raum zu überlassen.