Die israelische Armee hat in der Nacht Raketenabschussrampen im Süden des Gazastreifens attackiert, nachdem von dort aus zahlreiche Raketen Richtung Israel abgefeuert worden waren. Um zivile Opfer zu vermeiden, wurden die Anwohner östlicher Viertel der Stadt Chan Junis zur Evakuierung aufgefordert. Laut Augenzeugen flüchteten daraufhin Tausende Menschen in vermeintlich sichere Zonen im Westen, die jedoch bereits überfüllt sind. Angaben über mögliche Opfer liegen derzeit nicht vor.
Bereits am Vortag hatten Kämpfer aus dem Gazastreifen etwa 20 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Mehrere Raketen wurden durch das Abwehrsystem abgefangen, andere schlugen in unbewohntem Gelände ein. Verletzungen wurden keine gemeldet, dennoch mussten Anwohner in den Grenzregionen angesichts des Luftalarms in Schutzräume fliehen.
Verantwortlich für den Raketenbeschuss zeigte sich der Islamische Dschihad, der gemeinsam mit der weitaus größeren Hamas an dem tödlichen Überfall in Israel mit 1200 Toten beteiligt war. Dieses Massaker trug maßgeblich zur Eskalation des aktuellen Gaza-Konflikts bei.
Israel wirft der Hamas erneut vor, systematisch gegen das Völkerrecht zu verstoßen, indem sie Zivilisten und zivile Infrastruktur als menschliche Schutzschilde nutzt. Immer wieder findet die Armee Raketenabschussrampen in Wohngebieten, Waffenlager in Schulen und Tunnelsysteme unter Krankenhäusern.
In Schedschaija, einem Wohnviertel in der Stadt Gaza, sowie in Rafah im Süden, wo die Hamas als letzte Hochburg fest verankert ist, sind Einsatzkräfte am Boden und aus der Luft im Einsatz. Laut Militärangaben wurden zahlreiche bewaffnete Gegner neutralisiert, militärische Anlagen zerstört und Waffen sowie Munition sichergestellt.