In einer überraschenden Wendung der politischen Landschaft hat der britische Verteidigungsminister Grant Shapps seinen Parlamentssitz im Wahlkreis Welwyn Hatfield an den Labour-Kandidaten Andrew Lewin verloren. Diese Niederlage beendet eine über 18-jährige Amtszeit des konservativen Politikers. Shapps, der unter verschiedenen Premierministern in unterschiedlichen Ressorts diente, ist nicht der einzige hochrangige Tory, der um seinen Sitz bangen muss.
Neben Shapps hat auch Justizminister Alex Chalk eine empfindliche Wahlniederlage erlitten. Die Tories unter der Führung von Premierminister Rishi Sunak stehen vor einem beispiellosen Debakel und könnten mit einem historischen Tiefstand an Mandaten enden. Besonders gefährdet sind nach aktuellen Prognosen auch Finanzminister Jeremy Hunt sowie Penny Mordaunt, die Ministerin für Parlamentsfragen. Letztere wird sogar als mögliche Nachfolgerin für Sunak gehandelt, vorausgesetzt sie rettet ihren Sitz.
Grant Shapps äußerte sich nach dem Wahlausgang und appellierte an seine Partei, Geschlossenheit zu zeigen. „Für mich ist klar, dass Labour die Wahl heute Abend nicht gewonnen hat, sondern dass die Tories sie verloren haben,” so Shapps. Er kritisierte die internen Querelen seiner Partei scharf: „Wir haben eine grundlegende Regel der Politik vergessen. Die Leute wählen keine gespaltenen Parteien.“