28. August, 2026

Politik

Bundesgerichtshof prüft Rückzahlung verlorener Wetteinsätze – Brisante Entscheidung für Sportwettenanbieter

Bundesgerichtshof prüft Rückzahlung verlorener Wetteinsätze – Brisante Entscheidung für Sportwettenanbieter

Der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt sich aktuell mit der Frage, ob ein Anbieter von Online-Sportwetten ohne gültige deutsche Lizenz dazu verpflichtet ist, die verlorenen Wetteinsätze eines Spielers zu erstatten. Ein Spieler, der von 2013 bis 2018 an Sportwetten des Anbieters Tipico teilnahm und dabei über 3700 Euro verlor, fordert nun die Rückzahlung seiner Einsätze. Seiner Meinung nach seien die Sportwetten unzulässig und die Wettverträge aufgrund der fehlenden Lizenz des Anbieters unwirksam gewesen.

Tipico hatte bereits eine Konzession zur Veranstaltung von Sportwetten beantragt, erhielt diese jedoch erst im Jahr 2020. Der Spieler hatte bislang mit seiner Klage keinen Erfolg; das Landgericht Ulm entschied, dass die Wettverträge trotz eines Verstoßes gegen den Glücksspielstaatsvertrag von 2012 wirksam seien.

Ein Anfang April veröffentlichter Hinweisbeschluss des BGH zu einem ähnlichen Fall lässt jedoch die Möglichkeit offen, dass das oberste Gericht den Fall anders bewerten könnte. Ein verbraucherfreundliches Urteil könnte nach Ansicht von Fachleuten eine noch größere Klagewelle nach sich ziehen. Ob der BGH am Donnerstag bereits zu einem Urteil kommen wird, ist indes unklar.