In einem ambitionierten Schritt zur Wahrung wertvoller Agrarflächen hat die Bundesregierung zusammen mit den ostdeutschen Bundesländern beschlossen, den Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen größtenteils zu stoppen. Zukünftig soll der Fokus auf die Verpachtung der Acker- und Waldflächen gelegt werden, um eine nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern. Diese Entscheidung stützt sich auf eine Vereinbarung, die trotz anhaltender Gegenwehr von Bauernverbänden getroffen wurde. Bundesagrarminister Cem Özdemir verkündete in Berlin das Ende des 'Ausverkaufs kostbarer Ackerflächen' und stellte die Schwerpunkte der neuen Richtlinie dar.
Dieser umstürzlerische Kurs wurde bereits im Koalitionsvertrag von 2021 vorgezeichnet und die Vorbereitungen begannen im darauf folgenden Jahr. Die vom Bund gehaltenen 91.000 Hektar Land, welche historisch Teil des DDR-Staatsbesitzes waren und schrittweise privatisiert wurden, sind nun vorrangig für Pächter vorgesehen, die auf Nachhaltigkeit setzen. Dabei sollen insbesondere ökologisch ausgerichtete Betriebe sowie konventionelle Landwirte, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, zum Zuge kommen. Minister Özdemir betonte die Konzentration auf Nachhaltigkeit und die Förderung des Nachwuchses: 'Wer zur Biodiversität beiträgt, das Klima schützt oder Tiere besser hält, profitiert.'
Trotz der Proteste der ostdeutschen Bauernverbände, die sich gegen die Neuerungen und Nachhaltigkeitskriterien aussprachen und eine Fortsetzung der Privatisierung forderten, bleibt der Verkaufsstopp bestehen. Junglandwirte könnten nach Özdemir von den neuen Grundsätzen besonders profitieren. Zudem ist geplant, Teile des Bodens in das Nationale Naturerbe zu überführen, was von den Verbänden ebenfalls kritisch gesehen wird.