28. August, 2026

Politik

Britische Konservative vor radikalem Kurswechsel

Britische Konservative vor radikalem Kurswechsel

Die Konservative Partei Großbritanniens steht nach einer prognostizierten Niederlage bei der bevorstehenden Parlamentswahl vor einer strategischen Neuausrichtung nach rechts. Laut dem Politikwissenschaftler Mark Garnett von der Universität Lancaster ist zu erwarten, dass die Tories einen stärker rechtsgerichteten und populistischeren Kurs einschlagen werden. Garnett schließt einen möglichen Zusammenschluss mit der rechtspopulistischen Partei Reform UK, angeführt von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage, nicht aus.

Sollte Reform UK bei den Wahlen besser abschneiden als erwartet, könnte Farage die Führung der britischen Rechten übernehmen, so Garnett. In diesem Fall stünde sogar möglicherweise ein Abgang vieler konservativer Abgeordneter aus ihrer bisherigen Partei im Raum.

Reform und die Tories liegen Umfragen zufolge ungefähr gleichauf, dennoch dürfte Reform aufgrund des britischen Mehrheitswahlrechts nur wenige Sitze gewinnen. Diese könnten jedoch entscheidend sein und den Konservativen von Premierminister Rishi Sunak wichtige Stimmen kosten. Bei der Wahl am Donnerstag könnte die Tory-Partei nur knapp über 100 der insgesamt 650 Sitze erhalten – weit weniger als die 365 Sitze, die sie bei der Wahl 2019 sichern konnte.

Garnett erklärt, dass die britischen Wähler nach 14 Jahren konservativer Dominanz offenbar einen Wechsel suchen. Dies sei zwar ein bekanntes Muster, wenn eine Partei lange an der Macht ist, doch bei dieser Wahl werde der Unmut der Wähler besonders deutlich. Viele Briten wollen die Regierung für ihre politische Bilanz und diversen Skandale abstrafen, selbst eingefleischte Brexit-Befürworter hätten Schwierigkeiten, nennenswerte Erfolge zu benennen.