28. August, 2026

Politik

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke: Positionierung zu Sahra Wagenknecht und BSW

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke: Positionierung zu Sahra Wagenknecht und BSW

In einem umfassenden Interview mit der Deutschen Presse-Agentur richtet Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) deutliche Kritik an Sahra Wagenknecht und ihr Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), schließt jedoch mögliche Gespräche nach der Landtagswahl nicht aus. Woidke hob die Unterschiede zwischen verbaler Rhetorik und praktischer politischer Arbeit hervor und bemängelte das Fehlen handwerklicher Politikkompetenz bei Wagenknecht.

Seiner Meinung nach setzt Wagenknecht gezielt auf Unbestimmtheit, um ein breites Spektrum an Wünschen und Erwartungen auf sich zu vereinigen. Zudem betonte er, dass Wagenknecht in Brandenburg nicht persönlich kandidiere und daher bei der Wahl am 22. September nicht wählbar sei. Das BSW zeichnet sich durch eine linksorientierte Sozialpolitik und Forderungen nach einer strikten Migrationsbeschränkung aus.

Woidke öffnet dennoch die Tür für mögliche Gespräche mit dem BSW nach den Wahlen. "Wenn das BSW beweisen will, dass es auch regieren kann, dann kann es sein, dass wir mit dem BSW sprechen", sagte Woidke. Allerdings warnte er vor überhöhten Erwartungen in puncto Migrationspolitik und äußerte den Wunsch, dass Deutschland in der Ukraine-Krise eine aktivere Vermittlerrolle übernehmen müsse.

In der jüngsten Wahlumfrage von Infratest dimap aus dem Juli liegt die SPD mit 19 Prozent gleichauf mit der CDU, während die AfD mit 23 Prozent vorne liegt. Das BSW von Wagenknecht erreicht 16 Prozent. Sowohl SPD als auch BSW haben eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Bei der Europawahl lag die SPD in Brandenburg mit 13,1 Prozent knapp hinter dem BSW, das auf 13,8 Prozent kam, wobei die Europa- und Landtagswahl nicht direkt vergleichbar sind.