Im Vorfeld der bevorstehenden Entscheidung des US-Senats über ein bedeutendes Hilfspaket für die Ukraine bekräftigte Präsident Joe Biden in einem Telefonat mit Wolodymyr Selenskyj die rasche Bereitstellung neuer Sicherheitshilfen. Aus dem Weißen Haus hieß es, die anstehende Unterstützung solle insbesondere auf die akuten Erfordernisse der Ukraine auf dem Schlachtfeld und im Bereich der Luftabwehr eingehen. Das US-Repräsentantenhaus hatte ein umfassendes Hilfspaket im Wert von 61 Milliarden US-Dollar bereits abgesegnet. Es umfasst auch wichtige Rüstungslieferungen zur Verteidigung gegen Russland und wird im Senat mit hoher Wahrscheinlichkeit Zustimmung finden.
Selenskyj teilte nach der Unterredung mit Biden mit, dass die Lieferung neuer, reichweitenstarker ATACMS-Raketen nun in den Einzelheiten festgelegt sei. Die Vereinigten Staaten hatten bisher ATACMS mit einer reduzierten Reichweite von 165 Kilometern bereitgestellt. Die Ukraine strebt allerdings nach Raketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern, um strategische Ziele tiefer im feindlichen Gebiet erreichen zu können. Der ukrainische Präsident gab jedoch keine Auskunft über das spezifische Modell, das von den USA geliefert wird.
Parallel kündigte Großbritannien an, die Ukraine mit dem bislang umfangreichsten Hilfspaket zu unterstützen. Es beinhaltet dutzende Kampfboote und hunderte Fahrzeuge. Darüber hinaus wurden mehr als 1600 Raketen sowie Millionen Schuss Munition zugesagt. Der britische Premierminister Rishi Sunak betonte die Wichtigkeit der ukrainischen Verteidigung für die Sicherheit Europas und warnte, dass ein russischer Erfolg weitreichende Konsequenzen haben könnte.
In der ukrainischen Stadt Charkiw kam es zu einer schweren Beschädigung des lokalen Fernsehturms durch einen russischen Angriff. Selenskyj appellierte in seiner Ansprache an die internationale Gemeinschaft, die Luftverteidigung der ukrainischen Städte intensiver zu unterstützen, und versicherte, dass bereits an der Wiederherstellung des Fernsehempfangs gearbeitet werde.
Währenddessen erwartet man in Warschau ein Treffen zwischen dem britischen Premierminister Sunak, dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und dem Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, das den Fokus auf weitere Beistandsmaßnahmen für die Ukraine legt.