28. August, 2026

Politik

Berufsanerkennung als Schlüssel für Job-Turbo: Heil fordert Abbau bürokratischer Hürden

Berufsanerkennung als Schlüssel für Job-Turbo: Heil fordert Abbau bürokratischer Hürden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil macht auf bestehende Hindernisse beim sogenannten Job-Turbo für Geflüchtete aufmerksam. Besonders die Berufsanerkennung bereite noch erhebliche Schwierigkeiten, wie der SPD-Politiker betonte. Während eines Besuchs bei einem Berliner Speiseeishersteller, der zahlreiche Geflüchtete beschäftigt, äußerte Heil, dass Deutschland 'liebevoll zu bürokratisch' in diesem Bereich sei.

Der Minister nimmt auch die Bundesländer in die Pflicht. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz wurde eine Vereinbarung getroffen, die in diesem Sommer zu Verbesserungen führen soll. Heil verwies zudem auf weitere Barrieren wie Sprachprobleme und die Kinderbetreuung, insbesondere für alleinstehende Mütter. Hier müsse Deutschland ebenfalls Fortschritte machen.

Trotz bestehender Herausforderungen sieht Heil den Job-Turbo als gewinnbringend für Geflüchtete und Unternehmen. Beim Besuch der Florida-Eis Manufaktur, wo etwa 230 Mitarbeiter beschäftigt sind, von denen rund 100 Geflüchtete sind, betonte Inhaber Olaf Höhn den Nutzen dieser Arbeitskräfte: 'Wir brauchen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer einfachen Ausbildung und da ist natürlich die augenblickliche Situation gut für uns.'

Der Arbeitsminister hatte im November den sogenannten Job-Turbo gestartet. Im Fokus stehen dabei vor allem geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer, daneben aber auch Menschen aus anderen Ländern. Heil erklärte, dass von den insgesamt 400.000 Flüchtlingen, die ihren Integrationskurs abgeschlossen hätten oder kurz davor stünden, viele dem Arbeitsmarkt bald zur Verfügung stehen werden.

Aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur zeigen, dass im April 192.000 Ukrainerinnen und Ukrainer einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgingen. Dies sind 135.000 Personen mehr im Vergleich zum Zeitraum vor dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022.