In einem bemerkenswerten Wahlergebnis hat das separatistische Linksbündnis EH Bildu im spanischen Baskenland einen historischen Triumph verbucht. Mit einer deutlichen Steigerung ihrer Parlamentssitze von 21 auf 27 können die Unabhängigkeitsbefürworter nun auf einen starken Rückhalt im Regionalparlament bauen. Trotz dieses Durchbruchs bleibt die Formation jedoch weiterhin die Opposition gegenüber der bestehenden Koalitionsregierung.
Die regierende Allianz aus der konservativen PNV und den Sozialisten des PSOE sichert sich laut den jüngsten Auszählungen eine absolute Mehrheit im Parlament in Vitoria. Mit insgesamt 39 Sitzen, verteilt auf die PNV mit 27 und den PSOE mit 12, liegt die Koalition zwar zwei Mandate unter dem bisherigen Stand, kann aber ihre Governance fortsetzen. Diese Konstellation deutet auf eine stabile politische Landschaft hin, trotz der wachsenden Popularität des Separatismus.
Die PNV, die ebenfalls nationalistische Tendenzen hegt, allerdings in gemäßigterer Form als EH Bildu, strebt nach mehr Autonomie gegenüber der Zentrale in Madrid. Iñigo Urkullu, der baskische Regierungschef seit 2012, trat in diesem Wahlzyklus nicht mehr als Spitzenkandidat an und wird voraussichtlich von Imanol Pradales abgelöst, was einen Generationswechsel in der Parteiführung ankündigt.
Die Wahl fiel in eine Zeit, in der das Image des Baskenlandes als ehemaliger Schauplatz des gewaltsamen Unabhängigkeitskampfes der ETA sichtlich verblasst ist. Seit der Auflösung der terroristischen Organisation im Jahr 2018 hat sich die Region zu einer der reichsten unter Spaniens Autonomen Gemeinschaften entwickelt.