28. August, 2026

Politik

Baerbock: Verstärkte Zusammenarbeit mit Westafrikas Demokratien soll Instabilität im Sahel verhindern

Baerbock: Verstärkte Zusammenarbeit mit Westafrikas Demokratien soll Instabilität im Sahel verhindern

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat im Rahmen ihres Besuchs im Senegal die Notwendigkeit betont, die Zusammenarbeit mit Demokratien in Westafrika zu intensivieren. Dabei hob sie hervor, dass die Sicherheit und Zukunftschancen dieser Region eng mit der Sicherheit und Entwicklung Europas verbunden seien. Die Grünen-Politikerin unterstrich, dass die Herausforderungen wie Terrorismus, Migration, organisierte Kriminalität und Armut in Westafrika auch direkte Auswirkungen auf Europa haben.

Baerbock warnte vor den dramatischen Konsequenzen eines weiteren Abrutschens der westafrikanischen Länder in die Instabilität, sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für die europäische Sicherheit. Besonders beunruhigend sei die Zunahme der Gewalt zwischen Islamisten und dem Militär in Mali, Burkina Faso und Niger, wo Millionen Menschen auf der Flucht seien.

In einem Gespräch mit ihrer senegalesischen Kollegin Yacine Fall betonte Baerbock, dass die wirtschaftlichen und politischen Rückschläge in Mali, Niger und Burkina Faso nach Militärputschen gravierend seien. Deutschland und Europa könnten in Anbetracht der Situation im Sahel nicht einfach so weitermachen wie bisher, sondern müssten pragmatisch handeln und die verbliebenen Handlungsspielräume nutzen.

Der Besuch von Baerbock im Senegal und der Elfenbeinküste erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Binnenstaaten der Sahelzone sich vermehrt Russland zuwenden, während die Küstenstaaten weiter an einer Partnerschaft mit Europa interessiert sind. In Berlin organisiert zeitgleich Entwicklungsministerin Svenja Schulze ein Treffen der Sahel-Allianz, um die Region weiterhin zu unterstützen.

Bei einem Treffen mit dem neu gewählten Präsidenten Bassirou Diomaye Faye lobte Baerbock den Senegal für seine stabile Demokratie seit der Unabhängigkeit 1960. Der stabilste Staat Westafrikas sei ein Beweis dafür, dass politischer Wandel innerhalb eines demokratischen Systems möglich ist.

Ein weiterer Schwerpunkt ihres Besuchs war das Elektro-Schnellbus-System Bus Rapid Transit (BRT) in Dakar, das von der Europäischen Investitionsbank und der Weltbank finanziert wurde. Dieses Projekt soll die Umweltprobleme und Verkehrsstaus in der Hauptstadt des Senegals lindern. Baerbock betonte, dass deutsche Expertise und die "Global Gateway"-Initiative der EU dazu beitragen, die grüne Transformation des Senegals voranzutreiben und Infrastrukturpotenziale für deutsche Firmen auszuschöpfen. Die EU plant, in den kommenden Jahren bis zu 300 Milliarden Euro in die Infrastruktur von Schwellen- und Entwicklungsländern zu investieren, um ihren globalen Einfluss zu stärken.