In Israel haben erneut Tausende Menschen gegen die Regierung und für die Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln protestiert. Die Demonstranten versammelten sich nahe dem Parlamentsgebäude in Jerusalem und forderten Neuwahlen, wie mehrere israelische Medien berichteten. Dies markiert den dritten Tag in Folge, an dem landesweit regierungskritische Demonstrationen stattfinden. Für die kommenden Tage sind weitere Kundgebungen geplant.
Seit mehreren Monaten kommt es in Israel zu Massenprotesten gegen die Regierung. Viele Israelis werfen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, sich den extremistischen Forderungen seiner Koalitionspartner zu beugen und somit einen Deal zur Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu sabotieren. Einige Minister lehnen ein Abkommen mit der Islamistenorganisation ab, da es neben einer Waffenruhe auch die Freilassung palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen beinhalten würde. Netanjahu hingegen beschuldigt die Hamas und ihre harte Verhandlungshaltung für den Stillstand bei den indirekten Verhandlungen.
Die Zahl der Teilnehmer bei den Massenkundgebungen gegen die Regierung nimmt stetig zu. Zuletzt wurde verstärkt Kritik laut, da medizinisches Personal auf den Protesten durch die Polizei in ihrer Arbeit behindert oder durch den Einsatz von Wasserwerfern verletzt wurde.
Am Montagabend eskalierten die Spannungen vor der Privatresidenz des Regierungschefs in Jerusalem. Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei wurden mehrere Menschen verletzt, und die Polizei nahm zahlreiche Demonstranten fest.