07. Juli, 2026

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Amazon-Aktie auf Talfahrt trotz solider Quartalszahlen

Amazon-Aktie auf Talfahrt trotz solider Quartalszahlen

Amazon verzeichnet trotz eines starken zweiten Quartals einen Aktienrückgang von fast 13 Prozent seit Bekanntgabe der Ergebnisse. Der Grund: Der Ausblick des Unternehmens für das dritte Quartal entsprach nicht den Erwartungen des Marktes. Dies führte dazu, dass die Jahresgewinne der Aktie auf nur 7 Prozent sanken, nachdem sie im letzten Monat noch bei 31 Prozent gelegen hatten.

Langfristig orientierte Investoren sollten jedoch bedenken, dass solche Marktbewegungen oft kurzsichtig sind, da sie lediglich aktuelle Geschäftszahlen berücksichtigen. Dennoch erzeugen derartige Updates Unsicherheit und Nervosität darüber, ob Amazon mit zukünftigen Problemen konfrontiert sein könnte.

Amazon meldete einen Umsatzanstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr im zweiten Quartal 2024, wobei Amazon Web Services (AWS) um 19 Prozent zulegten. Das Unternehmen investiert umfassend, um das Wachstum aufrechtzuerhalten, und konzentriert sich dabei besonders auf den Ausbau des E-Commerce und die Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz (KI).

Die Marktteilnehmer waren von der Prognose des Managements für ein Umsatzwachstum von 8 bis 11 Prozent im dritten Quartal nicht begeistert, obwohl dies im üblichen Rahmen liegt. In der Regel übertrifft Amazon seine eigenen Erwartungen.

Im vergangenen Quartal erreichte Amazon beinahe das obere Ende der erwarteten Spanne, allerdings nicht so stark wie in den vorherigen Quartalen, in denen das Unternehmen die Erwartungen teils weit übertraf. Es ist denkbar, dass Amazon auch im dritten Quartal am oberen Ende der Prognose landen könnte, aber diese Sicherheit besteht nicht.

Amazon wächst kontinuierlich und damit wird es immer schwieriger, auf prozentualer Basis weiter zuzulegen. Im zweiten Quartal belief sich der Gesamtumsatz auf 148 Milliarden Dollar. Trotz möglicher absoluter Umsatzsteigerungen könnte die Rentabilität niedriger ausfallen.

In einem Jahr dürfte Amazon deutlich größer sein und könnte Walmart als umsatzstärkstes Unternehmen der Welt ablösen. CEO Andy Jassy hat die Ausgaben in mehreren Bereichen reduziert, die Mitarbeiterzahl verringert und den E-Commerce-Bereich effizienter gestaltet. Gleichzeitig investiert das Management erhebliche Summen in die KI-Dienste von AWS, um im Wettbewerb mit Microsoft und Alphabet Marktanteile im lukrativen Cloud-Computing-Segment zu gewinnen.

Das Geschäftsmodell von Amazon beinhaltet Phasen intensiver Investitionen gefolgt von hoher Profitabilität. Für das dritte Quartal prognostiziert das Management einen Betriebsgewinn zwischen 11,5 und 15,0 Milliarden Dollar, was einem Anstieg gegenüber den 11,2 Milliarden Dollar des Vorjahres entspricht, jedoch ein deutlicher Rückgang gegenüber den Wachstumsraten der letzten Quartale ist.

Während Amazon in AWS investiert, wird der E-Commerce-Bereich effizienter, was Spielraum für Investitionen in generative KI schafft. Dank einer neuen regionalen Erfüllungsstrategie kann Amazon Lieferungen konsolidieren, Kosten senken und die Kundenzufriedenheit erhöhen.

Das margenstarke Werbegeschäft von Amazon, das nun als separates Segment ausgewiesen wird, verzeichnete erneut das stärkste Wachstum mit einem Umsatzzuwachs von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch stellt dies eine Verlangsamung gegenüber den vorherigen Quartalen dar und sollte beobachtet werden. Im Video-Streaming-Bereich sieht das Management erhebliche Chancen.

Im kommenden Jahr dürfte das Geschäft mit generativer KI weiterhin an vorderster Front stehen, und Amazon fokussiert sich auf die Gewinnung neuer Kunden und die Steigerung der Ausgaben bestehender Kunden. Da noch immer 90 Prozent der Ausgaben nicht in der Cloud erfolgen, ist das Potenzial enorm. Das hohe Margenpotenzial von AWS könnte die Auswirkungen der Investitionen übertreffen.

Auch in anderen Geschäftsfeldern wächst Amazon weiter. Die Apothekensparte expandiert und produziert erfolgreiche Streaming-Inhalte über Amazon MGM Studios, was ebenfalls weiterhin wachsen dürfte. Neue Services und Geschäftsfelder sind zu erwarten.

Bevor Investoren Amazon-Aktien kaufen, sollten sie Muster erkennen: übertrifft Amazon häufig die Prognosen, durchläuft es Phasen der Konsolidierung und Erholung, und kann das Management profitabel neue Produkte und Dienstleistungen einführen? Die Antwort auf all diese Fragen ist "Ja", was Amazon zu einem langfristig vielversprechenden Investment macht.