07. Juli, 2026

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Allianz überrascht mit Gewinnplus: Rückkäufe und Hochwasserschutz im Fokus

Allianz überrascht mit Gewinnplus: Rückkäufe und Hochwasserschutz im Fokus

Der Versicherungskonzern Allianz konnte im zweiten Quartal überraschend seinen Gewinn steigern und verkündete weitere Aktienrückkäufe. Dies geschah trotz einiger Unsicherheiten durch jüngste Naturkatastrophen und kleinere Zukäufe in den vergangenen Monaten. Analysten, die einen Rückgang des Gewinns erwartet hatten, wurden positiv überrascht, und die Aktie reagierte prompt mit einem Kursanstieg.

Vergangenen Mittwochabend gab der Vorstand bekannt, dass nach dem bereits im Februar beschlossenen Rückkauf von insgesamt einer Milliarde Euro, nun weitere 500 Millionen Euro für den Erwerb eigener Aktien bereitgestellt werden. Dieser Rückkauf soll zwischen Mitte August und Ende des Jahres stattfinden, wobei sämtliche zurückgekauften Aktien eingezogen werden. Das operative Ergebnis des Münchener Versicherers stieg um vier Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, was hauptsächlich auf ein starkes Wachstum in allen Geschäftsbereichen zurückzuführen ist.

Für das laufende Jahr stellt Allianz ein operatives Ergebnis von 13,8 bis 15,8 Milliarden Euro in Aussicht. Diese Prognose liegt im Rahmen der Erwartungen von Experten. Im Jahr 2023 verzeichnete Allianz ein operatives Ergebnis von 14,7 Milliarden Euro dank höherer Prämien, gestiegener Zinsen und der Anpassung an den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 17.

An der Börse fand die Veröffentlichung der Geschäftszahlen großen Anklang. Die Aktie legte am Donnerstagnachmittag um fast zwei Prozent auf 253,80 Euro zu und gehörte damit zu den Spitzenreitern im DAX, während der Index insgesamt leicht nachgab. Allianz konnte somit eine jüngste Kurskorrektur nach einem Mehrjahreshoch stoppen. Der Kurs war im April auf 280 Euro gestiegen, fiel dann jedoch bis auf rund 238 Euro Anfang dieser Woche zurück. Insgesamt stieg der Börsenwert von Allianz im Jahresverlauf um rund fünf Prozent auf nahezu 100 Milliarden Euro.

Im zweiten Quartal verzeichnete Allianz ein fast achtprozentiges Wachstum ihres Geschäftsvolumens auf 42,6 Milliarden Euro. Besonders erfolgreich war die Sparte Schaden- und Unfallversicherung mit einem Plus von fast zehn Prozent auf 19 Milliarden Euro. Trotz höherer Kosten für Naturkatastrophen bleibt diese Sparte der größte Gewinnbringer der Gruppe.

Allianz-Chef Oliver Bäte äußerte sich kritisch zum Hochwasserschutz in Deutschland und Bayern im Vergleich zu den Niederlanden, die deutlich besser bei der Schadensprävention abschneiden. Der Versicherer verzeichnete nach dem Juni-Hochwasser in Süddeutschland 11.500 Schadensmeldungen seiner Kunden, die Kosten wurden auf 292 Millionen Euro beziffert. Insgesamt verursachte das Hochwasser rund zwei Milliarden Euro an versicherten Schäden. Bäte kritisierte zudem die Ausweisung von Baugebieten in Überschwemmungsgebieten und die schleppende Umsetzung großer Flutpolder durch die bayerische Staatsregierung.