In einer dringenden Mitteilung hebt Gian Carlo Cirri, Leiter des Genfer Büros des Welternährungsprogramms, die prekäre Ernährungslage im Gazastreifen hervor. Bei der Präsentation eines Berichts über die weltweiten Hungerkrisen äußerte er tiefe Besorgnis über die Zuspitzung der Versorgungssituation in dieser Region. Täglich vergrößere sich dort die Gefahr einer Hungersnot. Besonders erschütternd ist die Feststellung, dass rund ein Drittel der Kinder unter zwei Jahren im Gazastreifen akut unterernährt sei.
Der alarmierende Zustand wird durch Cirris Hinweis verdeutlicht, dass die drei Kriterien für eine Hungersnot, nämlich Ernährungsunsicherheit, Unterernährung und eine ansteigende Sterblichkeitsrate, binnen der nächsten sechs Wochen zu überschreiten drohen. Es wurden bereits extreme Überlebensstrategien wie die Ernährung mit Tierfutter beobachtet. Die Vermeidung einer Hungersnot sei nur durch umgehende und kontinuierliche Erhöhung der Nahrungsmittelhilfe möglich.
Die Situation ist auch durch den andauernden Konflikt mit Israel nach dem schweren Angriff palästinensischer Terroristen auf israelischem Boden verschärft worden. Israel hat Maßnahmen getroffen, die den Gazastreifen weitestgehend isolieren, und wird von UN-Organisationen für die zögerliche Abfertigung von Hilfskonvois kritisiert. Diese Verzögerungen behindern die Verteilung lebenswichtiger Güter, obwohl die Sicherheit bei den Militäraktionen nicht hinreichend gewährleistet werde. Israel entgegnet diesen Vorwürfen und argumentiert, Berichte über eine Hungerkrise seien übertrieben. Videos von gut bestückten Märkten im Norden des Gazastreifens, der als besonders betroffen gilt, werden von den israelischen Behörden in sozialen Medien verbreitet, um zu belegen, dass die Versorgungssituation zumindest in Teilen nicht so prekär sein könnte.