Nach der wegweisenden Entscheidung eines Bundesrichters, Google als illegales Monopol zu deklarieren, zeigt sich nun eine entscheidende Konsequenz: Googles Niederlage im Kartellrechtsstreit ebnet den Weg für weitere Klagen. Am Mittwoch reichte Yelp, der bekannte Online-Dienst zum Auffinden und Bewerten lokaler Unternehmen, eine Klage gegen Google vor einem Bundesgericht in San Francisco ein. Yelp wirft Google vor, seine Dominanz als allgemeine Suchmaschine genutzt zu haben, um sich einen unfairen Vorteil im Bereich der lokalen Suchdienste zu verschaffen. Yelp fordert nicht näher bezifferte Schadenersatzansprüche sowie eine gerichtliche Anordnung, die Googles wettbewerbswidrige Praktiken in einem Geschworenenprozess unterbinden soll. Der langjährige Google-Kritiker Yelp hatte sich häufig über die Behandlung anderer Unternehmen durch den Suchmaschinenriesen beschwert. Doch dies ist das erste Mal, dass das Unternehmen aus San Francisco Google verklagt, trotz jahrelanger Proteste bei Regulierungsbehörden weltweit. „Das ist ein Wendepunkt“, erklärte Jeremy Stoppelman, Yelps Mitbegründer und Geschäftsführer, in einem Interview. „Jetzt ist die Zeit gekommen, um das Gespräch zu führen und vergangene Fehler zu korrigieren.“ Yelp stützt sich auf ein Urteil von Richter Amit P. Mehta vom U.S. District Court für den District of Columbia, der urteilte, dass Google seine Macht im Online-Suchmarkt missbraucht hat. Das Justizministerium und mehrere Bundesstaaten hatten Google verklagt und ihm vorgeworfen, seine Marktdominanz durch milliardenschwere Zahlungen an Unternehmen wie Apple und Samsung rechtswidrig zu zementieren, um Nutzer automatisch auf Googles Suchmaschine zu lenken. Laut der New York Times erwägt das Justizministerium, Richter Mehta zu bitten, Google aufzuspalten. Es wird jedoch eine weitere Anhörungsrunde geben, die im September beginnt, um die Abhilfemaßnahmen in diesem Fall zu entscheiden. Google hat angekündigt, das Urteil anzufechten.
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Yelp verklagt Google: Monopolstreit entfacht neuen Rechtsstreit