Volkswagens gegenwärtige Krise hat eine Diskussion über staatliche Interventionen ausgelöst. Veronika Grimm, renommiertes Mitglied des Beraterkreises der Bundesregierung, spricht sich gegen staatliche Rettungsversuche für bedrohte Standorte aus. In einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" betonte die Ökonomieprofessorin: "Der Staat sollte sich da raushalten." Grimm sieht durchaus die Möglichkeit von Werkschließungen und verweist auf den laufenden Strukturwandel in der Automobilindustrie.
Dennoch räumt Grimm dem Staat eine Rolle ein, vornehmlich in der Begleitung des Strukturwandels. Direkte Rettungsmaßnahmen für die Automobilbranche selbst erachtet sie allerdings als nicht zielführend. Diese Haltung steht im Kontext der jüngsten Ankündigungen von Volkswagen.
Europas größter Autobauer hatte am Montag signalisiert, dass im Zuge von Sparmaßnahmen bei der Kernmarke VW Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen sind. Eine langjährige Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschloss, soll gekündigt werden. Diese Entscheidung hat Gewerkschaften und Betriebsrat zu massiven Protesten veranlasst.