Ein neues Kapitel in den ostasiatischen Wirtschaftsbeziehungen scheint aufgeschlagen zu werden: Nach mehrjähriger Pause aufgrund von pandemiebedingten und bilateralen Hindernissen, haben sich die Führungsspitzen Südkoreas, Chinas und Japans auf die Vertiefung ihrer wirtschaftlichen Verbindungen und eine Belebung der Freihandelsverhandlungen geeinigt. Bei ihrem Gipfeltreffen in Seoul bekräftigten die drei Staaten ihren Willen zur gemeinsamen Förderung der atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel.
In einer synergetischen Atmosphäre stellten Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol, der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida und sein chinesischer Amtskollege Li Qiang die Weichen für eine trilaterale Kooperation, mit einem Fokus auf Wachstumsfelder wie nachhaltige Entwicklung, Gesundheitswesen sowie Innovation in Wissenschaft und Technologie. Die Stoßrichtung liegt dabei auch auf dem Katastrophenmanagement und dem personellen Austausch zwischen den Ländern.
Allerdings müssen sich die Staatsmänner nicht nur mit Wirtschaftsfragen, sondern auch mit geopolitischen Spannungsfeldern auseinandersetzen. Die Ambitionen Nordkoreas, einen weiteren Satelliten zu starten, was potenziell gegen UN-Verbotsbeschlüsse verstößt, stellt eine Herausforderung dar. Während südkoreanische und japanische Vertreter das nordkoreanische Vorhaben kritisch sehen und eine resolute internationale Antwort fordern, mahnt China zur Mäßigung und betont die Bedeutung der Friedenswahrung.
Die trilaterale Wiederannäherung wird auch von der zunehmenden strategischen Rivalität zwischen China und den USA beeinflusst. Während die historischen Handelsbeziehungen Südkoreas und Japans zu China weiterhin bestehen, ist zugleich das Bündnis mit den USA im Hinblick auf Sicherheitsbelange und die chinesische Machtpolitik von großer Bedeutung.
Der neunte Dreier-Gipfel endete mit dem Vorhaben, regelmäßige Zusammenkünfte zu etablieren und somit ein kontinuierliches Forum für die Lösung von Differenzen und die Verstärkung der wirtschaftlichen Bindungen zwischen den drei Nationen zu schaffen.