Die unterschiedlichen Reaktionen auf die neuesten Geschäftszahlen von Nvidia haben am Donnerstag die Anleger in der europäischen Halbleiterbranche unbeeindruckt gelassen. Wichtige Akteure wie STMicroelectronics, Infineon und der Anlagenbauer ASML konnten Kursgewinne von bis zu 1,2 Prozent verbuchen.
An der Technologie-Börse Nasdaq waren Nvidia-Aktien am Vorabend nach Börsenschluss um rund sieben Prozent gefallen. Die Marktreaktion war größtenteils auf eine nicht ganz den Erwartungen entsprechende Margenprognose zurückzuführen, die bei Investoren für Enttäuschung sorgte. Außerdem blieben einige Fragen bezüglich einer Änderung beim Produktionsverfahren für das zukünftige Chipsystem namens Blackwell offen. Doch am Donnerstagvormittag zeichnete sich auf europäischen Handelsportalen ein positiveres Bild ab: Die Nvidia-Aktien reduzierten ihr Minus im Vergleich zum Schlusskurs an der Nasdaq.
Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen überwiegend positiv über die Quartalsbilanz von Nvidia. Stacy Rasgon von Bernstein und Toshiya Hari von Goldman Sachs kritisierten jedoch die Margenprognose des Chip-Herstellers, die sie als einzigen Makel sahen. Trotz der nachbörslichen Schwäche bleibt die Bewertung der Aktie laut Rasgon „solid“.
Marktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets erklärte die Marktreaktion bei Nvidia wie folgt: „Im Vorquartal stiegen die Umsätze im Jahresvergleich um 262 Prozent, im nun berichteten Quartal um 122 Prozent, und im laufenden Quartal sollen sie ‚nur noch‘ um 75 Prozent steigen. Dieses Phänomen, das eigentlich einem Basiseffekt aufgrund der bereits hohen Wachstumsraten entspricht, führt bei einer Aktie, die seit Jahresbeginn um 150 Prozent zugelegt hat, zu einem nachbörslichen Minus von sieben Prozent.“
Jim Reid, Analyst bei der Deutschen Bank, wies darauf hin, dass Nvidia die Umsatzerwartungen für das laufende Quartal zwar leicht übertroffen, diese jedoch nicht so stark überstiegen habe wie in den letzten Quartalen. Obwohl das Umsatzziel die Konsensschätzung übertraf, blieb es innerhalb der Bandbreite der Analystenschätzungen.