02. Juli, 2026

Politik

Ukraine wartet gespannt auf Ergebnisse der Gespräche mit den USA

Ukraine wartet gespannt auf Ergebnisse der Gespräche mit den USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wartet nach intensiven Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung während des Treffens der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein „sehr gespannt“ auf konkrete Ergebnisse. Selenskyj forderte dabei am Freitag ausdrücklich weitreichende Waffen und die Erlaubnis zu deren Einsatz gegen militärische und logistische Ziele auf russischem Staatsgebiet. Bislang blieb eine solche Erlaubnis jedoch aus.

In seiner täglichen Videobotschaft betonte Selenskyj, dass die Ukraine ihre Partner auf allen Ebenen vom Einsatz weitreichender Raketen überzeugen wolle, und beklagte die fehlende Entscheidungsbereitschaft. „Russland kann vor der Suche nach Frieden ebenso zurückschrecken wie die Welt vor starken Entscheidungen, Russland zu besiegen, zurückschreckt,“ sagte er.

Selenskyj berichtete zudem von einem anschließenden Besuch in Italien, wo er mit einer Delegation des US-Kongresses über den „Siegesplan“ für die Ukraine sprach. Dabei soll es auch um Details dieses Plans gegangen sein. Die Information über diese Details werde sowohl US-Präsident Joe Biden als auch den beiden Bewerbern um seine Amtsnachfolge, Donald Trump und Kamala Harris, zuteil.

Beim Treffen in Ramstein wurden Kiew weitere Waffen und sonstige militärische Unterstützung zugesagt. Für Selenskyj steht derzeit im Vordergrund, die Position der Ukraine und ihre Bevölkerung zu stärken, um den Schutz vor dem „russischen Terror“ zu gewährleisten und den Soldaten an der Front mehr Möglichkeiten zu geben. Besonders betroffen sind die ostukrainischen Regionen Pokrowsk, Torezk und Kurachowe, die zuletzt massiv umkämpft waren.

Die ukrainischen Streitkräfte haben kürzlich ein Treibstofflager in der südrussischen Region Belgorod mittels eines Drohnenangriffs in Brand gesetzt. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bestätigte, dass eine Kampfdrohne das Lager im Bezirk Wolkonowsk getroffen habe und die Tanks anschließend explodierten. Solche Drohneneinsätze scheinen zunehmend erfolgreich und die ukrainische Rüstungsindustrie hat in den letzten Monaten Tausende solcher Drohnen geliefert.

Die russische Offensive gegen die ukrainischen Verteidigungslinien rund um Pokrowsk am Rande des Donbass wird mit unverminderter Härte fortgeführt. Der Generalstab in Kiew berichtete, dass innerhalb eines Tages insgesamt 23 russische Angriffe in diesem Sektor abgewehrt wurden. Auch aus Kurachowe wurden ähnliche schwere Gefechte gemeldet, wo die russische Armee 19 Angriffe startete, um die ukrainische Verteidigung zu durchbrechen.

Zusätzlich haben ukrainische Truppen eine weitere Brücke über den Sejm in der Region Kursk beschädigt. Wie die Agentur Unian über militärische Quellen berichtete, sei die Brücke nahe des Dorfes Karysch nun nur noch von leichten Personenwagen befahrbar. Dies verschärft die Lage der dort stationierten russischen Einheiten, die durch die Zerstörung mehrerer Brücken von ihren Versorgungswegen weitgehend abgeschnitten sind.