20. Juli, 2026

Politik

Ukraine plant temporäre Stromabschaltungen zur Stabilisierung des Netzes nach Angriffen

Ukraine plant temporäre Stromabschaltungen zur Stabilisierung des Netzes nach Angriffen

Die Ukraine steht vor einer weiteren Herausforderung: Um das von Angriffen geschwächte Stromnetz zu stabilisieren, hat der nationale Energieversorger Ukrenerho gezielte Stromsperren angekündigt, die sowohl gewerbliche als auch private Verbraucher treffen werden. Die Abschaltungen sind für den Abend geplant und werden Teile des Landes für mehrere Stunden von der Stromversorgung ausschließen. Trotz der schwerwiegenden Maßnahme soll die Versorgung von kritischen Infrastruktureinrichtungen gesichert bleiben. Diese Einschränkung des Stromverbrauchs ist eine direkte Reaktion auf die Beschädigung wesentlicher Teile des ukrainischen Stromnetzes durch russische Luftangriffe in den vergangenen Monaten. Mit dem Ziel, übermäßige Belastungen abzufedern, sollen die Eingriffe in die Stromzufuhr reguliert und kontrolliert erfolgen. Der Kiewer Versorger DTEK hat dafür bereits Pläne erstellt, um die Abschaltungen systematisch über Straßenzüge und nach einem gestaffelten Zeitplan durchzuführen. Die Abschaltungsdauer liegt dabei zwischen drei und vier Stunden innerhalb des festgelegten Sechs-Stunden-Zeitraums. Bereits in der vergangenen Woche hatten einige Gebiete mit den Abschaltungen begonnen, um den Stromverbrauch zu koordinieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in diesem Zusammenhang dazu aufgerufen, Strom so sparsam wie möglich zu verbrauchen. Noch im ersten Kriegswinter 2022/23 zeigten sich die Folgen der gezielten Angriffe auf ukrainische Umspannwerke. Das Stromnetz hielt zwar stand, jedoch waren Millionen von Menschen in der Ukraine zeitweise ohne Strom, was in vielen Fällen auch den Ausfall der Heizung und Wasserversorgung bedeutete.