Die von Angela Rayner vorgeschlagenen strikten Regelungen für bezahlbaren Wohnraum könnten Bauprojekte unfinanzierbar machen und ihr Ziel, bis 2029 1,5 Millionen Häuser zu bauen, zunichtemachen. Diese Befürchtung äußerte ein führender Geschäftsführer des größten britischen Bauunternehmens.
Philip Barnes, Land- und Planungsdirektor bei Barratt Developments, kritisierte insbesondere das geplante Ziel von 50 Prozent erschwinglichen Wohnraums bei Neubauten auf dem Land. Er bezeichnete diese Vorgabe als 'verwirrend' und warnte, dass sie die breiteren Ambitionen der Wohnungsbauministerin gefährden könnte. In einem Blogbeitrag enthüllte Barnes, dass das Unternehmen bereits vier Bauanträge zurückgezogen habe, seit der Entwurf des National Planning Policy Framework (NPPF) von Frau Rayner letzten Monat veröffentlicht wurde.
Obwohl Barnes das NPPF grundsätzlich als einen 'großartigen Ausgangspunkt' lobte, betonte er, dass die 50-Prozent-Regel viele Bauvorhaben unmöglich mache, da sie den Wert der Projekte untragbar senke. 'Landeigentümer und Bauunternehmer brauchen weitaus mehr Sicherheit, um Hunderttausende Pfund in die Förderung eines Projekts zu investieren, das finanziell zum Scheitern verurteilt ist', sagte Barnes. Er appellierte nachdrücklich für eine Überarbeitung der 50-Prozent-Vorgabe und stellte klar, dass seine Ansichten seine persönlichen seien und nicht die offizielle Position von Barratt Development darstellten.
Darüber hinaus warnte Barnes, dass die Regel zusammen mit den Begrenzungen der Renditen, die Entwickler aus dem Land machen können, den Markt stark schädigen könnte und bis zu einem Jahrzehnt benötigen würde, um nach der Umsetzung wieder abgeschafft zu werden. 'Viele oder die meisten Landeigentümer werden ihr Land unter solchen Bedingungen nicht verkaufen', fügte er hinzu. Auch wenn der Entwurf des NPPF Entwicklern erlaubt, unter das 50-Prozent-Ziel zu gehen, wenn dies die einzige Möglichkeit ist, ein Projekt rentabel zu machen, kritisierte Barnes, dass dies nicht genug Sicherheit für die Entwickler böte.
Indes unterstützte die breitere Industrie Barnes' Ansichten auf LinkedIn. Patrick Murray, Exekutivdirektor für Politik und öffentliche Angelegenheiten beim Northern Housing Consortium, kommentierte: 'Die Realität ist, subventionierter Wohnungsbau erfordert Subventionen, und diese können nicht vollständig von den Landeigentümern kommen.'
Die Regierung konsultiert derzeit zum Entwurf des NPPF.