02. Juli, 2026

Politik

Startschuss für Google-Antitrust-Prozess: Regierung erhebt schwere Vorwürfe

Startschuss für Google-Antitrust-Prozess: Regierung erhebt schwere Vorwürfe

Das US-Justizministerium eröffnete am Montag einen weiteren Kartellprozess gegen den Tech-Giganten Google. In den ersten Eröffnungsstatements betonte Julia Tarver Wood, die leitende Anwältin der Regierung, dass Google durch den Erwerb des Werbesoftware-Unternehmens DoubleClick im Jahr 2008 eine dominante Stellung im Markt für Online-Werbung erlangt habe.

Wood erklärte vor dem Bundesgericht im östlichen Distrikt von Virginia, dass Google mittlerweile einen Marktanteil von 87 Prozent in der Technologie zur Versteigerung von Anzeigenplätzen auf Webseiten halte. Dies erlaube Google, höhere Preise zu verlangen und einen größeren Anteil jeder Transaktion für sich zu beanspruchen, was Nachrichtenverlage und andere Webseitenbetreiber benachteilige.

Google nutze seine Größe und seinen Einfluss gezielt, um Wettbewerber auszuschalten und die Spielregeln zu seinen Gunsten zu manipulieren, argumentierte Wood weiter. 'Google ist nicht hier, weil sie groß sind', sagte sie. 'Sie sind hier, weil sie diese Größe genutzt haben, um den Wettbewerb zu zerschlagen.'

Dieser Prozess resultiert aus einer Klage, die das Justizministerium im vergangenen Jahr gegen Google eingereicht hat. Es ist das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass Google vor einem US-Bundesgericht einem Kartellverfahren ausgesetzt ist. Im August entschied ein Bundesrichter im anderen Fall, dass Google illegal ein Monopol über die Online-Suche aufrechterhalten habe. Mögliche Konsequenzen könnten den Verkauf von Unternehmensteilen beinhalten.

Die Vorwürfe gegen Google sind Teil einer breiteren Bestrebung der Regulierungsbehörden, die Macht der großen Tech-Unternehmen zu begrenzen. Auch Apple, Amazon und Meta sehen sich regulatorischen Herausforderungen gegenüber.

Google weist die Anschuldigungen zurück und argumentiert, das Regierungsvorhaben würde ein funktionierendes System stören, das kleinen Unternehmen und Inhaltsproduzenten zugutekommt. Die Google-Anwältin Karen Dunn betonte, dass Kunden Googles Produkte aus freien Stücken und aufgrund ihrer Qualität wählen würden.

Der Prozess könnte bis zu vier Wochen dauern und Zeugenaussagen von Google-Mitarbeitern und Vertretern von Medienunternehmen beinhalten. Dabei wird auch Googles Umgang mit dem Werbetechnologie-Sektor intensiv unter die Lupe genommen.