30. Juni, 2026

Politik

Starmer in der Kritik wegen nicht gemeldeter Spenden

Starmer in der Kritik wegen nicht gemeldeter Spenden

Der britische Premierminister Sir Keir Starmer steht unter Beschuss, nachdem bekannt wurde, dass seine Frau Victoria Kleidung im Wert von Tausenden Pfund von Waheed Alli, einem Labour-Peer und Spender, erhalten hat, ohne dass diese Spende zunächst ordnungsgemäß gemeldet wurde. Dies veranlasste den britischen Außenminister David Lammy dazu, jegliche Transparenzprobleme der neuen Labour-Regierung energisch zurückzuweisen. Laut Berichten der Sunday Times finanzierte der Multimillionär Alli die Anschaffung von Kleidung und die Schneiderei für Starmers Frau. Der Premierminister habe bei seinem Amtsantritt die Empfehlung erhalten, dass es nicht notwendig sei, die Spenden zu melden, was ihn zu seinem ursprünglichen Vorgehen bewogen habe. Bei einer erneuten Überprüfung der Regeln Anfang dieser Woche kam Starmer jedoch zu der Erkenntnis, dass die Spenden gemeldet werden müssen und tat dies unverzüglich. David Lammy verteidigte die Handlungen des Premierministers in einem BBC-Interview und betonte, dass es sich hierbei nicht um eine Frage der Transparenz handele, sondern um den Versuch, transparent zu sein. Er merkte an, dass aufeinanderfolgende Premierminister, die keine Milliardäre sind, politische Spenden benötigen, um gut repräsentiert auftreten zu können. Die Kontroverse hat besondere Brisanz, da Starmer sich stets als penibel regelkonform präsentiert und versprochen hat, jegliches Nepotismus und Korruption aus der Regierung zu verbannen. Ein Ermittlungsverfahren des parlamentarischen Standardsbeauftragten zur späten Meldung der Spenden ist noch unklar. Alli, der Kleidung sowohl dem Premierminister als auch anderen Labour-Kabinettsministern gespendet hat, sieht sich bereits Vorwürfen des Nepotismus ausgesetzt, nachdem er trotz fehlender offizieller Regierungsstellung Zugang zu Downing Street erhalten hatte. Insgesamt hat er Starmer und dessen Kabinett Mitglieder wie Lammy, Angela Rayner und Bridget Phillipson im vergangenen Jahr großzügig unterstützt. Der Schatten-Innenminister James Cleverly, der als nächster Anführer der Tory-Partei im Gespräch ist, hat Starmer wegen seiner scharfen Kritik an den Konservativen nun Heuchelei vorgeworfen. Cleverly betonte am Sonntag bei Sky, dass man zurecht auf die Doppelmoral hinweisen könne, nachdem Starmer seine Position durch die Kritik an anderen erlangt habe. Das Regelwerk sieht vor, dass Abgeordnete jede an Dritte gewährte Vergünstigung melden müssen, wenn diese im Zusammenhang mit deren Mitgliedschaft im Unterhaus oder deren politischen Aktivitäten steht. Ein Sprecher erklärte, ein ungenau formuliertes Anliegen aus Starmers Büro und eine unzureichende Antwort seien der Grund für das Missverständnis gewesen. Waheed Alli, der 1998 von Tony Blair zum Lord ernannt wurde und als erster offen homosexueller Mitglied des House of Lords bekannt ist, bleibt trotz der aktuellen Vorwürfe weiterhin ein prominenter Unterstützer der Labour-Partei.