Die Dringlichkeit einer stärkeren Unterstützung für die Ukraine durch internationale Partner stand im Mittelpunkt der Äußerungen von Annalena Baerbock und dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in der ukrainischen Hauptstadt betonten beide die Bedeutung einer schnellen und wirksamen Hilfe, um zivile Opfer zu minimieren und die Sicherheit der eigenen Nationen nicht zu gefährden. In klaren Worten wurde vor einem Zögern gewarnt, das fatale Folgen haben könnte, sollte Russland nicht entschieden Einhalt geboten werden.
Die offensive Taktik Russlands, die systematische Deindustrialisierung der Ukraine durch die Zerstörung vitaler Energieinfrastrukturen anzustreben, wurde von Baerbock scharf kritisiert. Diese wäre entscheidend, da sie die Lebensader der Gesellschaft bilde. Besonders nach dem Besuch eines kürzlich angegriffenen Kohlekraftwerkes in näherer Umgebung von Kiew wurde von der deutschen Außenministerin betont, dass das ukrainische Wirtschaftssystem anvisiert wird, um das Volk zu demoralisieren.
Als entscheidende Maßnahme zum Schutz der Ukraine hob Baerbock die Stärkung der Luftabwehr hervor, für die bereits nahezu eine Milliarde Euro zusammengetragen wurden. Doch sie forderte eine Ausweitung der finanziellen Mittel und verwies dabei auch auf die im Inland geführten Debatten über den Bundeshaushalt. Der Kampf um die notwendigen Budgets mit Bundesfinanzminister Christian Lindner stelle dabei eine wesentliche Herausforderung dar.
Darüber hinaus wurde der bevorstehende Friedensgipfel in der Schweiz hervorgehoben, zu dem Kanzler Olaf Scholz umfassende Teilnahme zugesichert hat. Baerbock umreißt die Relevanz des Gipfels, der ein bedeutender Schritt auf dem Weg zum Frieden sein könne und dessen Bedeutung von kritischen Stimmen wie jenen Russlands nicht unterminiert werden dürfe.