04. Juli, 2026

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Staatsausstieg bei der Commerzbank: Ein neuer Schritt in die Zukunft

Staatsausstieg bei der Commerzbank: Ein neuer Schritt in die Zukunft

Der deutsche Staat hat den Beginn seines Ausstiegs bei der Commerzbank eingeläutet. Laut einer Mitteilung der Bundesrepublik Deutschland plant der Bund, seine Beteiligung an dem Finanzinstitut schrittweise zu reduzieren. Wie Bloomberg in Erfahrung brachte, umfasst die erste Verkaufswelle einen Anteil von 3 bis 5 Prozent. Die Deutsche Bank hingegen hat jegliche Übernahmepläne ausgeschlossen.

"Wir konzentrieren uns auf die Deutsche Bank", verkündete CEO Christian Sewing während des Banken-Gipfels des "Handelsblatts" in Frankfurt. Eine Übernahme der Commerzbank werde unter seiner Führung kein Thema sein, betonte Sewing auf Nachfrage.

Die Nachricht stieß zunächst auf gemischte Reaktionen am Aktienmarkt. Die Commerzbank-Aktien eröffneten den Handelstag am Mittwoch mit einem Minus von über vier Prozent. Gegen Mittag verzeichneten sie immer noch einen Verlust von etwa zwei Prozent und notierten bei 12,80 Euro. Während kurzfristig ein Überhang an Aktien eine Belastung darstellt, sehen Experten langfristig die Chancen einer komplett privatisierten Bank.

Der Bund hält derzeit über den Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) noch 16,49 Prozent an der Commerzbank. Florian Toncar, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, erklärte die damalige staatliche Intervention als notwendig zur Stabilisierung des Finanzmarktes in der Krise von 2008/2009. Die positive Entwicklung der Bank mache es nun sinnvoll, dass der Staat seine Beteiligung schrittweise abbaut.

Eva Grunwald, Geschäftsführerin der Finanzagentur, unterstrich die stetige wirtschaftliche Erholung der Commerzbank seit 2021. Der geplante Verkauf der Aktien soll transparent und marktfreundlich erfolgen, weitere Schritte würden zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

In der Bankenkrise 2008/2009 war die Commerzbank auf staatliche Hilfe angewiesen. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) hatte dem Geldhaus Kapitalhilfen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, von denen bislang rund 13,15 Milliarden Euro zurückgeführt wurden.

Mit dem aktuellen Kursniveau bemessen, wird der verbleibende Staatsanteil an der Commerzbank auf rund 2,5 Milliarden Euro geschätzt.