20. Juli, 2026

Politik

Spannungen im Kosovo: Schließung serbischer Bankfilialen durch kosovarische Behörden

Spannungen im Kosovo: Schließung serbischer Bankfilialen durch kosovarische Behörden

Im Streit um die Wirtschaftsautonomie hat das Kosovo einen neuen Weg eingeschlagen, indem es sechs Bankfilialen serbischer Geldinstitute schloss, deren Betrieb von Pristina als illegal angesehen wird. In einem groß angelegten Einsatz, der mit polizeilicher Unterstützung stattfand, wurden beträchtliche Geldsummen beschlagnahmt: Es handelt sich dabei um 1,6 Millionen Euro, 74,7 Millionen serbische Dinar sowie weitere Beträge in verschiedenen Währungen.

Seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos im Jahr 2008, die von über 100 Ländern, einschließlich Deutschland, anerkannt wurde, bestehen zwischen Serbien und dem mehrheitlich von Albanern bewohnten Gebiet Spannungen. Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovos nicht an und fordert das Territorium zurück. Besonders brisant ist die Situation im serbisch-dominierten Norden des Landes.

Die nun geschlossenen Banken dienten vorrangig der Auszahlung von Gehältern und Renten an die dort ansässigen ethnischen Serben. Dies wirft ein Schlaglicht auf die konfliktreiche Währungspolitik in der Region: Die kosovarische Zentralbank hatte den Euro als offizielles Zahlungsmittel etabliert und den Gebrauch des serbischen Dinar für illegitim erklärt, was nach einer Übergangsperiode zur Anwendung kommt.

Serbiens Ministerpräsident Milos Vucevic nannte die Schließungen einen "Akt der Grausamkeit" und sprach von einer Bedrohung für das Überleben der serbischen Gemeinschaft im Kosovo. Die US-amerikanische Diplomatie äußerte kritische Töne und monierte, dass der Schritt ohne Absprache mit internationalen Partnern erfolgt sei und somit bestehende Spannungen verschärfe. Die kosovarischen Behörden entgegneten, dass der Einsatz unter Aufsicht von EU-Rechtsstaatsmission Eulex und Soldaten der NATO-geführten Schutztruppe KFOR durchgeführt wurde, und betonten somit dessen Legitimität.